Wenn Du Dich fragst “Gehen oder bleiben?”, ist Deine Beziehung gefährdet. Du steckst in einem Dilemma: Du schwankst zwischen zwei Aussichten hin und her und drehst Dich im Kreis. Kein Wunder, dass Dir dabei schwindelig wird oder Dir der Nacken schmerzt.

Mit diesen 15 Fragen erweiterst Du Deinen Blickwinkel dreifach, nämlich um:

  1. die genaue Bedeutung Deiner Beziehung oder einer Trennung für Dich;
  2. die Möglichkeiten und Unmöglichkeiten einer Veränderung;
  3. den Zugang zu Deinem Bauchgefühl, statt nur auf den Verstand zu hören.Mit dem Bauchgefühl wirst Du der Entscheidung besser gerecht, weil darin die Summe all Deiner Erfahrungen aus Deinem bisherigen Leben steckt. Und die sind uns Menschen in ihrem vollen Umfang über den Kopf alleine nicht zugänglich. Manchmal haben wir gefühlsmäßig sogar schon eine Entscheidung getroffen, ohne es klar zu wissen. Unser Verstand überdeckt das Empfinden.

Nimm Dir für die nachfolgenden Fragen Zeit und Ruhe. Und achte darauf, was Du dabei empfindest: wie fühlt es sich an, eher “ja” oder eher “nein” zu antworten?

Fragen aus 3 Perspektiven, wenn Deine Beziehung gefährdet ist: wertschätzen, trennen, verändern

Perspektive Wertschätzung

  • Kannst Du (trotz allem) auch etwas Gutes an Deiner Beziehung sehen, selbst wenn zurzeit Deine Beziehung gefährdet ist? Was ist das? Und reicht das aus?
  • Welche guten Seiten hat Dein Partner? Genügt Dir das?
  • Wofür bist Du Deinem Partner dankbar? Wächst Deine Liebe ihm gegenüber, wenn Du ihm auf diese Art dankbar bin?
  • Gibt es etwas an Deinem Partner, was Du lernen kannst zu akzeptieren? Bleibst Du Dir dabei treu? Fühlst Du Dich damit wohl? Und was kannst Du auf gar keinen Fall akzeptieren?
  • Was wird Dir fehlen, wenn Du Dich trennst? Kannst Du auch ohne das glücklich sein?

Perspektive Trennung

  • Was wäre der Preis dafür, Deinen Partner zu verlassen, weil Deine Beziehung gefährdet ist? Bist Du bereit, diesen Preis zu bezahlen?
  • Was sind die Risiken, wenn Du Dich trennst? Traust Du Dir zu, dem zu begegnen?  Auch: Kannst Du die Risiken vermeiden oder abfedern?
  • Welchen neuen Möglichkeiten stehen Dir durch eine Trennung offen? Sind sie attraktiv für Dich?
  • Was wäre zu lösen und zu regeln, bevor Du Deinen Partner verlässt? Ist das machbar? Kannst Du das schaffen? Und wer glaubt diesbezüglich an Dich?
  • Welche Schritte wären notwendig um zu gehen? Kannst Du diese Schritte gehen? Hast Du etwas oder jemanden, das oder der Dir dabei helfen kann? Und will die Person das?

Perspektive Veränderung

  • Glaubt Ihr beide an Euch? Seid Ihr beide zuversichtlich diese Herausforderung angehen zu können?
  • Und willst Du das auch? Bist Du bereit und hast Du die Kraft, an Deinem Verhalten und Deiner Einstellung zu arbeiten?
    Zur Erläuterung:
    Zu bleiben kann auch bedeuten, die Einstellung gegenüber dem Partner oder dem Zusammenleben als solches zu verändern. Positiv zu werten: das Gute an ihm und der Beziehung, auch wenn es nicht ganz perfekt ist.
    Dazu findest Du Anregungen in unseren Blogartikel Warum Deine Beziehung nicht perfekt und trotzdem gut genug ist.
  • Will Dein Partner etwas verändern und an sich arbeiten?
  • Werdet Ihr beide Rückfälle in alte Verhaltensweisen und alte Muster (seine, Deine, Eure) aushalten können? Könnt Ihr Euch darauf vorbereiten um dem begegnen zu können?
    Und was ist gegebenenfalls Eure jeweilige Bedingung: was darf auf gar keinen Fall wieder passieren?
    Zur Erläuterung:
    Es ist davon auszugehen, dass Rückfälle in einzelnen Situationen passieren werden! Menschen können gewohnte Muster nicht so leicht verlassen, ohne immer einmal wieder in kurzen Momenten “umzukippen”. Auch wenn sie es noch so sehr wollen.
  • Angenommen, in einem halben Jahr hat sich nichts geändert … Was wäre dann Dein Fazit? Wie lange willst Du warten, ob etwas passiert?

Dein Fazit

Und wenn genau das, was Deine Antworten jetzt ergeben haben, die Entscheidung wäre:

  • Bist Du jetzt eher erleichtert?
  • Oder bist Du eher traurig?
  • Oder ging es Dir zu schnell? (Auch das ist eine gute Antwort auf Deine Frage “Bleiben oder gehen?”)

Dass Du schon jetzt genau weißt, ob Du gehen oder bleiben willst, wäre ganz sicher zu einfach. Aber Du hast ein besseres Gespür dafür, ob Deine Beziehung gefährdet ist oder nicht.

Wir empfehlen Dir, in den folgenden zehn Tage unsere interessante, möglicherweise etwas ungewöhnliche Übung im folgenden Absatz auszuprobieren.

Unsere Anregungen zum Ausprobieren und Weiterdenken

Aber erstmal: Mach nach den Fragen einen Spaziergang oder stelle Dich irgendwo hin, wo es schön ist und Du einen Blick  mit viel Weite hast: beispielsweise in einen Garten, über ein Feld, auf das Meer oder einen See und lass Deinen Blick in die Ferne schweifen.

Und hier die eigentliche Aufgabe: Stell Dich für die kommenden zehn Tage auf ein heimliches Experiment ein.

Tu an den folgenden ungeraden Kalendertagen (z.B., wenn heute der Monatsletzte ist, am 1., 3., 5., … des Monats) einmal so, als wäre die Trennung von Deinem Partner entschieden. Aber erzähle niemandem davon – auch nicht Deinem Partner. Wie stehst Du am Morgen der ungeraden Monatstage aus dem Bett auf? Was ziehst Du an? Wie und was frühstückst Du? Wie begegnest Du Deinen Kolleginnen und Kollegen am Arbeitsplatz? Worüber unterhältst Du Dich? Mit wem? Wie gestaltest Du die Mittagspause? Was machst Du (mit wem) nach der Arbeit? Wie gehst Du ins Bett? Dir fallen sicher noch mehr ganz konkrete Momente Deines Alltags ein, wo Du so tun kannst, als ob Du Deinen Partner verlassen hast.

An allen geraden Tagen (z.B. am 2., 4., 6., … des Monats) tust Du, als hättest Du Dich entschieden Deine Partnerschaft fortzusetzen. Auch hier gilt: Wie stehst Du morgens auf? Was ziehst Du an? Was machst Du am Tag? usw.

Spüre diese zehn Tage lang, wie es sich an den Tagen und in den Situationen jeweils anfühlt. Welchen Unterschied spürst Du? Wie geht es Dir? Was macht Spaß? Welche Ängste kommen auf? Wo ist Deine Lebendigkeit? Welche Sorgen hast Du? Was macht Dich neugierig? Und was passiert? Wie geht es Dir? Wie begegnen Dir andere, ohne von Deinem Experiment zu wissen? …

Und jetzt steh auf und geh los!

Und noch etwas: Wie auch immer Du Dich am Ende entscheidest – wir wünschen Dir, dass Du gut zu Dir bist und mit Deiner Entscheidung glücklich wirst.

Herzliche Grüße,

Alexander und Maren

 

Lies hier mehr zum Thema:

5 Anzeichen, dass Deine Beziehung gefährdet ist  – und wie Du gegensteuern kannst, bevor es zu spät ist

 

Unsere Literaturempfehlung zum Thema

Michael S. Broder: Ist Ihre Beziehung noch zu retten?*

 

 

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