Im Wohnzimmer bei Karsten und Frauke herrscht Streit: Er will Urlaub in den Bergen machen, sie will ans Meer. Keiner gibt nach. Etwas anders bei Anne und Jens: keiner von beiden will beschließen, ob sie ins Kino gehen oder vom Sofa aus eine DVD ansehen. Der Klassiker also: ein Entscheidungsdilemma! Kein Partner will sich festlegen. Oder beide wollen “Bestimmer” sein. Das gibt es nahezu in jeder Lebenslage der Partnerschaft. Der Punkt ist: sie alle haben unsere Beziehungstipps noch nicht gelesen. Wir zeigen Dir, wie Paare Entscheidungen treffen können – funktioniert garantiert!

Und Du kennst es also auch. Kennst beiderseitigen Durchsetzungswillen oder gemeinsame Unentschlossenheit. Sonst würdest Du diesen Artikel nicht lesen. (Oder Du bist neugierig – Ertappt!)

Zunächst einmal: Warum für Paare Entscheidungen treffen nicht immer so leicht ist

Eigentlich könnte es Dir doch so leicht über die Lippen gehen, wenn Dein Partner Dich im Restaurant fragt: “Nehmen wir den Tisch am Fenster oder den hinten in der ruhigen Ecke?”, “Bestellen wir Rot- oder Weißwein?” Nein, eben nicht!

Was ist das Problem? Wenn Du entscheidest, bist Du auch verantwortlich! Wenn der Wein nicht schmeckt oder der Kinofilm langweilig ist: Du hast Schuld! Das läuft natürlich nicht so offensichtlich, klar. Aber unbewusst wirkt es. Der Witz ist: es läuft bei Dir ab, nicht bei Deinem Partner. Schlechter Witz also.

Sicherlich ist es noch nicht einmal so, dass Dein Partner Dir tatsächlich die Schuld geben würde. Nein! Damit wäre ja noch zu leben. Das könntest Du von Dir weisen. “Du wolltest ja …” kommt als Vorwurf, wenn Deine Beziehung gefährdet ist. Lass es Dir nicht sagen. Außer: Du hast massiv gegen den Widerstand Deines Partners auf etwas bestanden.

Zum Thema „Angst vor Entscheidungen“ im Allgemeinen liest Du mehr im Blogartikel von Stefanie Jungbauer und Carolin Zahn auf Soul Rebel Coaching.

Was das Schlimme an Verantwortungs- und Schuldgefühlen im Zusammenhang von Entscheidungen ist

Aber zurück zum Schuldgefühl: Das Schlimme daran ist, dass Du Dich für die Wahl des Kinofilms verantwortlich fühlst und Du Dich schlecht und irgendwie “schuldig” fühlst. Das verhindert, dass Paare Entscheidungen treffen. Das mit der Schuld stimmt natürlich nicht! Woher solltest Du es denn wohl wissen? Du hast den Film ja nicht gedreht. Und selbst wenn Du die Regisseurin wärst, wärest Du nicht dafür verantwortlich, ob der Film Deinem Partner gefällt. Verantwortungsgefühl für die Zufriedenheit Deines Partners ist quasi ein selbst gelegtes Ei.

Deinem Partner geht es ähnlich. Auch er will keine Verantwortung übernehmen und Schuld sein. Auch das ist in seinem Kopf und nicht in Deinem, oder? Nochmal: Wenn Du ihm tatsächlich die Schuld geben würdest (oder im umgekehrten Fall er Dir), geratet Ihr schnell in eine Beziehungskrise. In dem Fall würden wir Dir professionelle Gespräche  in der Paarberatung empfehlen. Im schlimmsten Fall würde sich die Frage stellen: Bleiben oder gehen?

Warum sich in einer Beziehung beide Partner durchsetzen wollen

Das ist ganz einfach. Beide haben unterschiedliche Bedürfnisse und Interessen – und die passen nicht zusammen. Nicht zu lösen. (Aber wart’s ab…)

Oder es will keiner auf den anderen Rücksicht nehmen. Da kannst Du Dich fragen: Wo bleibt die Liebe? Vielleicht ist es an der Zeit, dass beide ihre Beziehung retten? Lies dazu unsere Beziehungstipps zum Thema Langzeitbeziehung.

Aber jetzt zu unseren Beziehungstipps. Ganz genau zu einem unserer besten Beziehungstipps.

Einer unserer besten Beziehungstipps: Nehmt das Dritte

Manche Paare sind sich uneinig, welche Marmelade sie kaufen wollen. Zwei Sorten wären zu viel. Und nun? Paare, die kein Entscheidungsdilemma haben, wählen nicht die Mango-Kokos-Marmelade, die sie will. Auch nicht die Himbeer-Whiskey-Konfitüre, die er bevorzugen würde. Was dann? Etwas Drittes: Kiwi-Stachelbeer. Genau! Etwas ganz anderes. Nicht seins und nicht deins.

Warum das, fragst Du? Denk an das, was wir Dir oben gesagt haben: keiner will und soll Schuld sein. Also: das dritte Glas daneben nehmen, einfach irgendeins. Das ist praktisch. Keiner hat sich durchgesetzt und keiner ist für die Wahl verantwortlich. Und wenn Ihr dann auch noch Himbeergelee ausschließt, weil Du da immer an die vielen kleinen Maden denken musst, die drin sein könnten, ist alles geritzt. Die Wahl fällt dann per Zufall. Auf Feige-Walnuss. Lasst es Euch schmecken!

Ergänzt um das vierte Element können Paare Entscheidungen treffen

Wenn Ihr Euch gemeinsam zwischen zwei Dingen nicht entscheiden könnt, sucht so lange, bis Ihr vier Alternativen habt. Und nehmt dann die vierte. Angenommen Ihr wollt ein neues Sofa kaufen und habt zwei, die Euch gleich gut gefallen, dann sucht so lange, bis Ihr vier Sofas habt, die Ihr mögt. Das macht es doch noch schwerer, hören wir Dich sagen? Nicht ganz. Es ist ein Naturgesetz, dass Ihr jetzt wahrscheinlich eines der beiden ersten Sofas kaufen werdet.

Warum? Wenn Ihr die Zahl der Möglichkeiten erhöht, guckt Ihr nicht mehr wie der sprichwörtliche Esel zwischen den zwei Heuhaufen hin und her. Ihr seid nicht mehr hin- und hergerissen, sondern wählt aus einer überschaubaren Anzahl die passendste Variante aus. Es funktioniert, weil die Hauptvorzüge einer Alternative deutlicher hervortreten.

Und etwa verraten wir Euch noch (nur, weil Ihr es seid): Wenn Ihr Euch zwischen zwei Möglichkeiten nicht entscheiden könnt, dann erinnert Euch daran, dass Ihr zwecks besseren Entscheidens noch weitere zwei finden müsst. Erfahrungsgemäß erhöht das die Geschwindigkeit, sogar aus zwei Möglichkeiten eine auszuwählen. Funktioniert gut bei der Suche nach einem Urlaubshotel, dem Kauf einer Schlafzimmerlampe oder der gemeinsamen Gestaltung des Wochenendes.

Die ganz großen Dinge entscheiden

Wollt Ihr ein Haus oder ein Familienauto kaufen? Und Ihr sucht Beziehungstipps, weil Ihr Euch für keins entscheiden könnt? Wenn Paare Entscheidungen treffen sollten es aber nicht tun, geht es vermutlich um etwas ganz anderes. Zumindest bei weitreichenden Entscheidungen.

Fragt Euch, welche Bedürfnisse und Themen sonst noch damit zu tun haben könnten. Ihr könntet Euch beispielsweise Sorgen wegen der Finanzen machen. Es könnte auch sein, dass Ihr generell Angst vor Veränderungen habt, weil Ihr im Leben mit Veränderungen grundsätzlich keine guten Erfahrungen gemacht habt. Aber das ist nicht immer so leicht herauszufinden. Hier empfehlen wir Euch in solchen Fällen eher, eine Beratung durch eine erfahrene Beratungsperson in Anspruch zu nehmen.

Die Entscheidung dem Zufall überlassen

Und damit zurück zu unserem Aussage im Titel: Warum manche Paare es schaffen, fast immer eine Entscheidung zu treffen. Die Lösung: es ist wie bei einem Zaubertrick – nämlich im Grunde ganz einfach (hinterher, wenn man’s weiß): Solche Paare haben einen Würfel in der Schublade oder in der Hosentasche! Ja, Du liest richtig! Er ist immer dabei. Und der entscheidet für sie. Das Tolle daran: Der Würfel hat Schuld, wenn die Marmelade nicht schmeckt. Und der Würfel bestimmt, welcher Wein getrunken wird: ihrer/ seiner oder Deiner, rot oder weiß. Oder der Würfel darf entscheiden, wer entscheiden darf: du oder ich. Entspannt Euch toootaaal!!! Beziehungsstress ade!

So einfach geht das: ungerade ist Kinofilm, gerade ist DVD auf dem Sofa. So können Paare Entscheidungen treffen!

Noch besser aber ist der Ich-du-wir-Würfel*: Bei “ich” entscheidet derjenige von Euch, der gewürfelt hat. Bei “du” der andere. Und bei wir? Da müsst Ihr es ohne den Würfel schaffen und gemeinsam entscheiden. Wäre doch wohl immer schöner, wenn der Würfel alles alleine machen müsste …

Hier kannst Du den Würfel bestellen:

Ich-du-wir-Würfel*

Entscheidungen treffen Beziehungstipps

 

Seid gut zu Euch!

Herzliche Grüße

Unterschrift Alexander Maren

Alexander Klose und Maren Sörensen von Raumfüreuch - Paartherapie Online

Alexander Klose
Diplom-Psychologe und Psychologischer Psychotherapeut in eigener Praxis. Wohnt in Schleswig, ist verheiratet und hat zwei Söhne.

Maren Sörensen
Diplom-Pädagogin und Systemische Therapeutin (SG). Ist in der Nähe von Flensburg verheiratet und hat zwei erwachsene Söhne und zwei Enkelkinder.

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