“Ich bin meinem Partner nicht wichtig”, „Alles könnte so schön sein, wenn mein Mann …“, „Meine Partnerin versteht mich nicht“ … Immer wieder diese schmerzhaften Gedanken. Damit tust Du Dir selbst weh. Du weißt, dass die Gedanken – zumindest so – nicht stimmen. Sie sind im Ganzen gesehen falsch, aber sie machen Dich fertig. Glaubenssätze loslassen müsste man können… Lass Dich nicht mehr von Deinen eigenen zerstörerischen Gedanken runterziehen! Diese 4 Fragen werden Dir helfen.

Glaubenssätze loslassen ist nicht leicht: Du tappst in die Falle, obwohl Du sie kennst

Wenn Dein Partner Dir Blumen schenkt, dann in der falschen Farbe, statt in Deiner Lieblingsfarbe. (Kennt er die überhaupt?). Oder er bringt Nougatschokolade mit, wenn Du Diät machst. (Das müsste er doch nun wirklich wissen.) Er meint es gut, wollte Dir eine Freude machen, aber ist gedankenlos gewesen. Das weißt Du. Nur das Gefühl übermannt Dich. Es ist alt. Statt das in dem Moment zu glauben, interpretierst Du zu Deinen ungunsten: Er sieht mich nicht. Versteht mich nicht. Liebt mich nicht. Wenn es Dir wieder gut geht, erkennst Du das alte Muster. Du kannst Dich auf Deinen Partner verlassen. Deine Beziehung ist gut. Aber Deine Gedanken sind destruktiv. Es ist gar nicht leicht, Glaubenssätze loslassen zu können … Wir zeigen Dir eine hilfreiche Strategie.

Negative Glaubenssätze kommen von alleine immer wieder

Verallgemeinert ausgedrückt: Immer wenn Du einen Blumenstrauß von Deinem Partner bekommst, ist eine Rose welk. Kennst Du das? Du guckst auf das Negative, suchst sogar danach. Selbstverständlich ohne es zu wollen. Ein wiederkehrendes Muster. “Meine Wünsche werden in meiner Beziehung nicht erfüllt” ist ein altes Gefühl. Du aktivierst und bestätigt auf unbewusster Ebene immer wieder einen Satz wie “Ich bin (ihm) nichts wert”. Abgesehen davon, dass Du Dich nicht freust, dass er Dir Rosen mitgebracht hat (was nicht alle Männer tun).

Negative Glaubenssätze loslassen – das funktioniert nur, wenn Du Dich nicht dafür verurteilst

Gedanken über Beziehungen sind meist alt. Sie wurden gelernt. Lies in unserem Artikel “Wie negative Gedanken Deine Beziehung verschlechtern, woher sie kommen und wie Du sie entlarvst. Putz Dich nicht dafür herunter, sonst machst Du nicht nur Deine Beziehung schlecht, sondern auch Dich selbst. Du bist nicht Schuld. Diese Gedanken haben Dir früher geholfen. Sie sind einfach nur geblieben. Loslassen heißt verabschieden, nicht Selbstzerfleischung.

Erkenne die Glaubenssätze, die Dich in Deiner Beziehung leiden lassen

Nimm Dir nach Möglichkeit ein Blatt Papier und einen Stift. Ergänze darauf spontan die folgenden Sätze. Wichtig ist, dass Du nicht lange nachdenkst. Bewerte nicht. Lass Deine automatisch ablaufenden Gedanken über Deine Beziehung zu. Nur so erkennst Du, was Dich quält. Das ist der erste Schritt, wenn Du Glaubenssätze loslassen willst.

  • In einer Beziehung ist es wichtig, dass …
  • Ich bin als Frau/ Partnerin so, weil …
  • Ich bin als Partnerin zu …
  • Mein Mann sollte nicht so … sein.
  • Wenn ich einen anderen Partner geheiratet hätte, …
  • Immer wenn in einer Beziehung …, dann …
  • … ist für eine Ehe/ Partnerschaft schwierig, kritisch, bedrohlich etc.

Sind Dir positive Satzendungen eingefallen? Wundervoll! Ein Satz, der beispielsweise beinhaltet, dass Du liebenswert bist und dass eine Beziehung Entwicklung bedeutet, stärkt Dich. Schreib ihn Dir auf und stecke ihn in Deine Kosmetiktasche, damit Du ihn immer wieder lesen kannst. Für die Männer: das Portemonnaie geht auch!

Arbeite mit einem einzigen negativen Satz weiter, wenn Du Glaubenssätze loslassen willst

Such einen negativen Satz heraus. Krame nicht nach alten Verletzungen. Wichtig ist, dass Du an dem Satz arbeitest, der Dich gerade leiden lässt. So wirst Du es lernen,  Glaubenssätze loslassen zu können.

Wenn Du eine negative Überzeugung formuliert hast: schreibe sie möglichst auf ein leeres Blatt Papier. Arbeite damit weiter. Falls Du mehrere Glaubenssätze identifiziert hast: Arbeite mit einem Satz zur Zeit.

Den Gedanken loslassen mit 4 Fragen und einer Umkehrung

Die Methode stammt von Byron Katie und wird “The Work” genannt. Glaubenssätze loslassen bedeutet Arbeit: Du wirst jetzt aktiv. Für Dein Wohlbefinden und für Deine glückliche Beziehung. Von alleine geht das nicht.

Beantworte nacheinander die 4 unten stehenden Fragen. Jetzt darfst Du nachdenken. Lass Dir Zeit. Mach Dir Notizen zu Deinen Einfällen.

Frage 1:
Ist das wahr?

Stimmt es, dass Dein Partner Dich nicht liebt, weil er nicht ausreichend im Haushalt mitarbeitet? Wahrscheinlich nicht.  Glaubenssätze sind Verallgemeinerungen und stimmen daher nie hundertprozentig. Lass alternative Erfahrungen zu. Es wird mit großer Wahrscheinlichkeit Ausnahmen geben, die alles anders aussehen lassen.

Und Dein Partner könnte Gründe haben. Davon ist auszugehen. Vielleicht hat er kürzlich heftig mit angepackt, als Besuch kam. Und als Du krank warst. Wo hast Du bisher andere Erfahrungen übersehen? Erfahrungen, die Deine Beziehung in einem anderen Licht erscheinen lassen. Sie sind auch wahr. Genauso wahr wie Deine negativen Gedanken über Deine Beziehung, die Dich von alten Mustern nicht loslassen lassen.

Frage 2:
Kannst Du mit absoluter Sicherheit wissen, dass das wahr ist?

Vor allem: Bedeutet es tatsächlich, dass er Dich nicht liebt? Also nochmal: Kannst Du absolut sicher wissen, dass Dein Gedanke wahr ist? Vermutlich: nein.

Frage 3:
Wie reagierst Du und was passiert, wenn Du den Gedanken glaubst?

Du glaubst, dass Dein Partner Dich nicht liebt, weil er sich zu wenig am Haushalt beteiligt. Was tust Du dann? Möglicherweise bist Du sauer, enttäuscht oder traurig. Auf jeden Fall überhaupt nicht gut drauf. Du reagierst biestig. Dein Partner nennt das dann zickig. Jetzt ist er genervt. Total. Braust davon. Weg ist er. Das bestätigt Deinen Gedanken, dass Dein Partner Dich nicht liebt. Und so weiter und so fort. Da ihr nicht gestorben seid, leidet Ihr beide noch heute, wie es in einer Abwandlung vieler Märchen heißt. Loslassen beginnt mit diesem Bewusstsein. Stopp den Automatismus und halte inne, wenn Du erkennst “Es geht schon wieder los …”

Frage 4:
Wer wärest Du ohne den Gedanken?

Wie würdest Du Dich fühlen? Vielleicht entspannt. Oder erleichtert. Befreit? Auf jeden Fall deutlich besser. Deine Beziehung würde sich viel besser anfühlen. Du wärest besser drauf und Dein Partner wäre aufgeschlossener. Schönes Ziel, oder?

Ich suche nicht, ich finde. Suchen ist, wenn man von alten Dingen ausgeht und im Neuen das bereits Bekannte wiederfindet. Finden ist etwas völlig Neues. Alle Wege sind offen; und was gefunden wird, ist unbekannt. Es ist ein Wagnis. Ein Abenteuer.

Pablo Picasso

Umkehrung:
Kehre Deinen Gedanken um – Ist das auch wahr?

Jetzt kommt eine wirklich ungewöhnliche Aufgabe. Zugegeben, ein verrückter Gedanke: Ist vielleicht sogar das Gegenteil auch wahr? Zumindest ein klein wenig? … Gerade weil er Dich liebt, bügelt er nicht Deine Blusen. Denn er würde sie verknittern oder ansengeln. Hat zwei linke Hände und macht dafür lieber den Garten. Gerade weil er Eure Beziehung wertschätzt, flirtet er manchmal ein wenig. Kurzer Kick, um zu spüren, dass er attraktiv und lebendig ist. Das kommt Dir auch zugute, wenn er sich sexy fühlt. (Wir sind ja unter uns: Du kennst das doch auch …?). Er wird seine Lebendigkeit in Eure Beziehung einfließen lassen – wenn Ihr beide füreinander sorgt. Mit der Beruhigung, dass es bei Dir und mit Euch so schön vertraut ist. Das hat seinen Wert.

Wir wissen, dass es diese Aufgabe in sich hat. Wichtig: Zwing Dich nicht, besonders sachlich und schlau zu sein. Denk nicht nur an das bloße Gegenteil. Spiel einfach mit dem Satz. Auch hier gilt: loslassen und aufschreiben. Auch verrückte Sätze dürfen dabei herauskommen und machen Sinn.

Beispiele für die Umkehrung von Glaubenssätzen

Mögliche Umkehrungen des Satzes: “Mein Mann übersieht mich”:

  • Zu Deinem Mann: Ich übersehe meinen Mann.
  • Zu Dir selbst: Ich übersehe mich.
  • Ins Gegenteil: Mein Mann übersieht mich nicht. Und: Mein Mann sieht mich.
  • Noch anders gedacht: Mein Mann übersieht sich selbst.

Auch das können Umkehrungen sein

Wir greifen nochmal das Beispiel von ganz oben auf: “Wenn er mich wirklich lieben würde, würde er sich mehr am Haushalt beteiligen.” Das ist einer der Glaubenssätze, die Du loslassen solltest. Denn diese Überzeugung ist mit großer Wahrscheinlichkeit falsch und wird zu unrecht Deine Partnerschaft und das Gefühl, geliebt zu werden, beeinträchtigen. Dass Dein Partner nicht genug im Haushalt hilft, bedeutet nicht notwendigerweise, dass er Dich nicht liebt. Überlege doch einmal: Was könnte es noch bedeuten? Vielleicht so etwas:

  • Er hat Teamarbeit (im Haushalt) (noch) nicht gelernt.
  • Dein Partner weiß nicht, wie Putzen und Wäschewaschen geht.
  • Ihm ist der Haushalt weniger wichtig als Dir.
  • Dein Partner hat Sorge, das Aufräumen nicht richtig zu machen.
  • Er will vermeiden von Dir kritisiert zu werden, wenn er Dinge im Haushalt nicht so erledigt, wie Du es tust. (Vielleicht kennt er das sogar.)
  • Dein Partner meint, er helfe schon genug.
  • Er weiß nicht, wieviel Arbeit Du in den Haushalt investierst (oder kann es sich nicht vorstellen, selbst wenn Du es ihm sagst).

Ist auch die Umkehrung wahr?

Wenn Dein Partner sich am Haushalt aus Deiner Sicht heraus nicht genug beteiligt, dann kann das sehr viel bedeuten. Klar: auch, dass er Dich nicht liebt. Aber nicht nur. Und – mal ganz ehrlich: Würdest Du das nicht auch an anderer Stelle merken? Mach einen Beziehungstest, um Dir Klarheit zu verschaffen.

Überlege Dir zu Deinem persönlichen negativen Gedanken mindestens drei konkrete Beispiele. Sätze, die deutlich machen, dass auch die Umkehrung wahr ist.

Denk das Andere ist nicht so einfach: Dein Gehirn hängt an Gewohnheiten

Vielfach wirst Du gehört haben: “Dann glaub einfach nicht dran” (an den negativen Gedanken). Einfach loslassen … So einfach geht das leider nicht! Auch der Satz “Er liebt mich.” wird nicht funktionieren, wenn Du tief in Deinem inneren den anderen Satz von früher kennst. Kein Wunder, wenn Du oft an einfachen Gedankenänderungen gescheitert bist.

Finde eine glaubhafte Alternative, wenn Du Glaubenssätze loslassen willst

Der alternative Satz könnte ganz einfach heißen “Er liebt mich!” Aber Vorsicht! Der alte Satz meldet sich immer wieder bei Dir. Er ist ein alter Kumpel aus früheren Tagen. Die sind sehr anhänglich. Also lass ihn bei Dir vorbeischauen. Aber übernimm Verantwortung für Dich: Du bestimmst – nicht der Kumpel!

Erfolgsmethode: Ergänze den neuen Satz!

Hänge als Zusatz an den neuen Satz an “… und das, obwohl” und dann ergänze um das, was Dich ärgert. Dein neuer Satz heißt dann so: “Er liebt mich – und das, obwohl er nur wenig im Haushalt hilft”. Bääähm!!! Noch einer, weils so gut klappt: “Er liebt mich – und das, obwohl er auch andere Frauen attraktiv findet.” Wow – das hat doch was, oder? Schreib Dir diesen neuen Satz auf, schicke ihn Dir selbst als Nachricht auf’s Handy oder singe ihn Dir vor dem Spiegel vor. Das kann gar nicht häufig genug gesagt werden.

Ein Hinweis in eigener Sache

Die Übung ist anspruchsvoll. Überzeugungen können ganz schön tief sitzen. Es kann also sein, dass Du nicht klarkommst, auch wenn Du diesen Artikel gelesen und die Übung gemacht hast. Gut möglich, dass Du ein Paar-Coaching brauchst. Nur für Dich. Unterstützung von außen. Sorge für Dich! Sei gut zu Dir!

Hast Du Interesse an weiteren Informationen zum Thema  Glaubenssätze loslassen und Beziehung? Hier findest Du mehr:

Moitz Boerner: Byron Katie’s The Work*

Boerner The Work Glaubenssätze loslassen

Byron Katie: Lieben was ist*

Byron Katie The Work Glaubenssätze loslassen

Wenn Du eine kompakte Anleitung in Form eines Selbstcoachings suchst: Michaela Wiesenbacher bietet zum Thema „Mit kraftvollen Glaubenssätzen glücklich und erfolgreich werden“ einen hilfreichen Online Workshop an: https://lebensfreude-gestalten.de/workshops_events/.

Seid gut zu Euch!

Herzliche Grüße

Unterschrift Maren

Maren Sörensen von Raumfüreuch - Paartherapie Online

Maren Sörensen
Diplom-Pädagogin und Systemische Therapeutin (SG). Ist in der Nähe von Flensburg verheiratet und hat zwei erwachsene Söhne und zwei Enkelkinder.

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