Für viele Paare ist ein Kind das i-Tüpfelchen ihrer Partnerschaft. Bleibt das erhoffte Baby über längere Zeit aus, wechseln sich Hoffnung und Enttäuschung ab. Ein in einer Beziehung unerfüllter Kinderwunsch belastet die Partnerschaft: während und nach einer (selbst gewählten) Entscheidung für eine (weitere) Kinderwunschbehandlung brauchen Paare viel Kraft.

Romy Leberling und Alex Leberling kennen das Thema aus eigener Erfahrung. Und sie sind Coaches. Beide unterstützen mit “Zukunftsglück” Menschen, die ungewollt kinderlos sind.

Hier kannst Du ein Interview mit dem Unternehmerpaar  lesen, das ich mit beiden zum Thema „unerfüllter Kinderwunsch und Beziehung“ geführt habe.

Romy und Alex, mit ‘Zukunftsglück’ seid Ihr Coaches für ungewollt kinderlose Menschen. Was bedeutet das genau?

Mit Zukunftsglück konzentrieren wir uns voll darauf, betroffene Menschen, insbesondere Paare, bei ihrem individuellen Umgang mit dem Thema unerfüllter Kinderwunsch zu begleiten, indem wir sie Stück für Stück selbst dazu bemächtigen und ihnen das Rüstzeug dafür Schritt für Schritt an die Hand geben.

Wie kamt Ihr dazu, Zukunftsglück ins Leben zu rufen?

Auslöser war unsere eigene ungewollte Kinderlosigkeit und, dass wir beide schon vorher Coaches waren.

Wir haben nach dem Durchleben unseres eigenen ungewollt kinderlosen Weges beschlossen, aus unserer Coaching-Expertise und Eigenerfahrung eine schlüssige Gesamtlösung aufzubauen, um sie den vielen ungewollt kinderlosen Menschen und Paaren da draußen gezielt anbieten zu können. Zukunftsglück ist also eine Herzensaufgabe, die aus dem eigenen Schicksal von uns als ungewollt kinderlosem Paar hervorgegangen ist.

Wie habt Ihr Eure eigene Kinderwunschkrise überwunden?

Auf dem dunklen Weg des unerfüllten Kinderwunsches fallen viele Betroffene in ein tiefes Loch, eine echte Lebenskrise.

Das ging auch uns so, aber den völligen Absturz konnten wir gerade noch verhindern, weil wir mit den uns bestens vertrauten Coaching-Methoden letztendlich an uns selbst – als Einzelpersonen wie auch als Paar – gearbeitet haben.

Dazu kommt, dass wir beide als Persönlichkeiten – gerade auch durch die intensive Coaching-Arbeit – so weit entwickelt waren, dass wir sehr reflektiert mit der Situation umgehen konnten. Wenn man nicht persönlich gefestigt ist, helfen einem ja auch die besten Methoden kaum weiter.

Dieser Mix aus Coaching-Fachkompetenz und persönlicher Reife hat uns am Ende gerettet.

Was hat Euch als Paar am meisten geholfen?

Am meisten geholfen hat uns, dass wir uns in dieser – stark von außen bestimmten – Situation wieder selbst bemächtigt haben und somit wieder Herr über unser eigenes Leben geworden sind.

Zwei konkrete Beispiele:

  1. Wir haben sehr früh angefangen, Grenzen zu setzen, indem wir uns gemeinsam klar gemacht haben, wie weit wir beispielsweise mit einer Kinderwunschbehandlung gehen wollen und wann dann eben auch ein Endpunkt erreicht ist.
  2. Wir haben in den dunkelsten Zeiten des unerfüllten Kinderwunsches intensiv an unserer eigenen Paarkommunikation gearbeitet. Bei all der Dynamik hätten wir uns als Paar auf dem Kinderwunsch-Weg sonst wahrscheinlich verloren. Auf diese Weise sind wir stattdessen noch enger zusammengewachsen.

Und wann ist es für Euch heute trotzdem schwer, obwohl Euer Leben jetzt ein gutes ist?

Wir haben da bis heute so unsere individuellen Triggerpunkte behalten.

Romy reagiert bis heute beispielsweise stark darauf, wenn sie Alex mit anderen Babys oder Kleinkindern sieht. Wenn sowas in einem ohnehin schon schwachen Moment passiert, dann ist das sehr schwer.

Alex ist bis heute sehr sensibel in diesen klassischen Familien-Situationen wie Weihnachten. Die Gewissheit, dass wir so ein Fest als Familie niemals mit unseren eigenen Kindern erleben werden, ist für ihn ein besonders wunder Punkt.

Ein klassisches Beziehungsthema für Paare in solchen Situationen sind ja gegenseitige Schuldzuweisungen. Wie sah oder sieht das bei Euch aus?

Dieser Kelch ist an uns zum Glück aller größtenteils vorbeigegangen.

Das hängt eng mit deiner vorherigen Fragen zusammen, was uns am meisten geholfen hat. Dadurch, dass wir frühzeitig und ganz bewusst Grenzen gesetzt haben und durch eine intensive Paarkommunikation unter uns, haben wir solchen unkontrollierten, gegenseitigen Schuldzuweisungen einfach (so gut wie…) keinen Nährboden gegeben und ihnen die Dynamik genommen, die sie normalerweise so entarten lässt.

Das war in der akuten Kinderwunsch-Phase so und genauso machen wir es auch heute noch.

Warum ist gerade der Aspekt Paarbeziehung so wichtig beim Umgang mit dem Thema „unerfüllter Kinderwunsch“?

Auf dem Weg des unerfüllten Kinderwunsches ist gerade der Aspekt Beziehung und Partnerschaft so wichtig, weil sich das Thema – wenn man es als Paar gemeinsam beginnt – eben auch nicht mehr von der Beziehung lösen lässt.

Es gibt ab dem Moment also etwas Drittes im Bunde. Und das verändert alles: Die beiden Individuen, aber eben auch die Paarbeziehung in ihren Grundfesten.

Die Partnerschaft steht vor einer besonderen Herausforderung. Besonders, weil beide betroffen sind und gleichzeitig jeder Partner alles so unterschiedlich erlebt. Beide benötigen oft gleichzeitig Aufmerksamkeit und Verständnis und wollen gleichzeitig Empathie für den anderen aufbringen. Leidensgenosse, Hoffnungsgeber, Tröster, Freund, Unterstützer in einer Person – diese Vielzahl an Rollen kann eine Beziehung überfordern. Und ganz nebenbei wollen da eine Liebe gepflegt, Partnerschaft gelebt und Sexualität zelebriert werden. Denn Paare können sich verlieren, wenn sie nur noch als gutes Team, als Kinderwunsch-Eltern funktionieren und keine Paarzeit mehr miteinander verbringen und kein Liebespaar mehr sind.

Hinzu kommt, dass die Paarbeziehung – weil sie ja aus zwei individuellen Partnern besteht – zwangsweise ein hoch dynamisches System ist. Es müsste also mit dem puren Zufallsglück von statten gehen, wenn dabei ohne bewusstes Zutun alles gut gehen soll.

Und darauf zu hoffen, dass “das alles schon irgendwie klappen wird”, ist dementsprechend ähnlich aussichtsreich, wie Lotto zu spielen, wenn man auf finanzielle Freiheit hofft…

Was habt Ihr Euch geschworen, nie zu vergessen? Woran wollt Ihr immer denken?

Da gibt es viel… Am allerwichtigsten ist aber, dass wir uns in jedem Moment darüber im Klaren sein wollen, dass diese großartige Basis, die wir uns als Paar auf dem harten Weg des unerfüllten Kinderwunsches aufgebaut haben, nicht selbstverständlich einfach immer da sein wird. Auch heute müssen wir daran arbeiten, ihr Achtsamkeit, gemeinsamen Fokus und Zeit schenken.

Und wir wollen immer daran denken – und erinnern uns gegenseitig im Alltag sehr häufig daran –, dass wir ein wunderschönes und erfülltes Leben leben, auch wenn es mit dem Kinderwunsch leider nicht geklappt hat. Das hat nichts mit oberflächlichem ‘Positive Thinking’ zu tun, denn natürlich sind da auch sentimentale Momente, wie vorher schon gesagt.

Und gleichzeitig halten wir es für essentiell wichtig, das zu wertschätzen, was uns das Leben Großartiges ermöglicht. Und die Arbeit mit Zukunftsglück ist zum Beispiel so etwas. Diese Lebens-Tür wäre für uns definitiv für immer verschlossen geblieben, wenn wir ganz normal Kinder bekommen hätten. Und für diese Möglichkeit, mit Zukunftsglück einer derart wertvollen und sinnstiftenden Beruf(ung) nachgehen zu können, sind wir sehr dankbar.

All das haben wir uns fest vorgenommen, niemals zu vergessen.

Habt Ihr am Ende dieses Interviews noch einen persönlichen Tipp für andere zum Thema Beziehung und unerfüllter Kinderwunsch? Worauf achtet Ihr noch heute, was Ihr auch anderen empfehlen würdet?

Im Grunde ist unser Tipp an andere Betroffene, sich nicht von diesem – wenn auch harten – Schicksal „unerfüllter Kinderwunsch“ entmachten zu lassen.

Wie vorher schon gesagt: Auf irgendeine Art und Weise, sollte man sich selbst wieder bemächtigen und wieder Herr über das eigene Leben sein, anstatt einfach nur der Spielball – der im Leben natürlich ebenfalls vorhandenen – Schicksalsschläge zu sein.

Nur ist dieser eigene Weg eben immer hoch individuell. Es klappt nicht, einfach genau das zu tun, was anderen vorher geholfen hat. Die Kunst liegt darin, den eigenen Weg zu finden und dann, wenn man ihn einmal gefunden hat, auch entgegen aller Widrigkeiten, die das Leben so mit sich bringt, auf diesem eigenen Pfad zu bleiben. Als Individuum und als Paar.

Das zu schaffen, bedeutet Arbeit an sich selbst und an der Partnerschaft. Also in Kurzform: Das, was wir aus Eigenerfahrung auch anderen empfehlen würden, ist es, genau das zu tun und diese Lebensaufgabe für sich selbst anzunehmen und sich die notwendige Hilfe zu holen, anstatt sich immer wieder in ein besseres Leben – zum Beispiel eins mit Kindern – hinein zu wünschen.

Wichtig ist, frühzeitig damit zu beginnen und aktiv zu werden, bevor die Dinge sich, unnötig, zum Schlechteren entwickeln.

Wer diese Entscheidung für sich trifft und dann mit Eigenverantwortung dabei bleibt, dem steht alles offen…

Über Romy Leberling & Alex Leberling

Coaches Leberling Zukunftsglück: Beziehung und unerfüllter Kinderwunsch

Romy und Alex sind Coaches und bieten mit „Zukunftsglück“ umfassende Unterstützung an, um den individuellen Umgang mit unerfülltem Kinderwunsch zu meistern. Neben klassischen 1:1- und 2:2-Coachings und Intensiv-Workshops, arbeiten sie insbesondere mit Online Video-Kursen und weiteren Online-Formaten.

Dabei ist egal, ob die Betroffenen ganz am Anfang ihres Kinderwunsch-Weges stehen, mitten drin stecken oder vielleicht sogar schon dem Abschied vom Kinderwunsch ins Auge sehen müssen.

Die Angebote von Romy und Alex richten sich an Paare sowie auch gezielt an Frauen und Männer als Einzelpersonen.