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Podcast: Kann ein empathieloser Partner Mitgefühl lernen?

Empathie

Inhalt

Empathie macht uns in Beziehungen zufrieden und sorgt für mehr Verständnis in der Partnerschaft. Sie lässt die emotionale Verbundenheit wachsen und stärkt das Miteinander. Eine empathielose Partnerin oder ein empathieloser Partner aber sorgt dafür, sich in der Beziehung nicht richtig gesehen und verstanden zu fühlen. Deshalb fragen sich Betroffene: Kann dein Herzenmensch einfühlsames Verhalten lernen?

In dieser Podcastfolge gehen wir, „Hanser“ Bertelmann, der Experte für Positive Psychologie und Mediator, und ich dieser Frage einer unserer Hörerinnen nach.

Begleite uns, während wir erkunden

  • woran wir emphatisches Verhalten erkennen können
  • warum Einfühlungsvermögen eine Partnerschaft bereichert
  • wie wir Empathie kultivieren können, um tiefere Verbindungen zu schaffen
  • inwiefern Empathie auch Nebenwirkungen haben kann
  • wie wir in der Partnerschaft den anderen dazu einladen können, seine Empathie zu vertiefen.

Was ist Empathie?

Mit Empathie ist die Fähigkeit und die Bereitschaft gemeint, sich in die Lage des anderen zu versetzen, um seine Empfindungen, Gefühle, Gedanken und Beweggründe zu verstehen. Dieses Einfühlungsvermögen führt zu Mitgefühl. Wir versuchen also, den anderen zu verstehen und sein Erleben nachzuempfinden. Das Ziel ist, damit angemessen auf den Partner oder die Partnerin eingehen zu können. Dazu solltest du dir auch der Komplexität des Umfelds deines Lieblingsmenschen bewusst sein.

Fehlt Empathie in einer Beziehung, fühlen sich die Menschen in der Partnerschaft nicht gehört und verstanden. Irritationen und Streit häufen sich.

Warum Empathie in der Partnerschaft nicht einfach ist

Empathie in der Partnerschaft ist gar nicht so leicht, weil wir ja selbst immer involviert sind. Wenn unser Partner oder unsere Partnerin also Bedürfnisse hat, die unseren eigenen entgegenstehen, ist viel Akzeptanz in der Beziehung gefragt. Klar, den anderen zu verstehen (oder es zu versuchen), meint nicht, einverstanden zu sein. Es meint lediglich, zu respektieren, was im anderen vorgeht.

Wie Empathie die Beziehung (nicht) verbessert

Was ein einfühlsamer Partner fördert

Empathie in der Partnerschaft führt zu

  • Zufriedenheit in der Beziehung
  • einer stärkeren Verbindung
  • gegenseitigem Vertrauen
  • Verständnis füreinander
  • Geduld mit dem Partner oder der Partnerin
  • die Kommunikation miteinander
  • gelingenden Konfliktlösungen
  • besserer Abgrenzung

Mitleid als Grenze

Aber Empathie hat Grenzen. Wir teilen, wenn wir emphatisch sind, das Empfinden unseres Partners oder unserer Partnerin – ohne uns allerdings so tief hineinzuspüren, dass wir die Gefühle des anderen übernehmen. Die Grenze der Empathie liegt dort, wo wir in Mitleid geraten. Mitleid mit dem anderen ist eine Verschmelzung, bei der wir uns in das Erleben des anderen hineinsteigern. Und es ist sogar übergriffig, denn Mitleid findet nicht auf Augenhöhe statt. Stattdessen geht es bei Empathie in der Partnerschaft um Verbindung und Verständnis – und nicht darum, dem anderen sein Leiden abzunehmen.

Die Gefahr der Parteilichkeit gegenüber anderen Familienmitgliedern

Das Thema Loyalität taucht in Familienbeziehungen und Partnerschaft immer wieder kritisch auf. Wenn der Partner oder die Partnerin (gefühlt) zu emphatisch gegenüber anderen ist, mehr Nähe zu einem Kind oder einem Elternteil aufbringt als zu dir und/oder mit größerem Verständnis reagiert, kommt es zum Drama-Dreieck in der Familie: einer oder beide Partner geraten zwischen die Fronten von Familie und Partnerschaft.

Wie ein empathieloser Partner Mitgefühl lernen kann

Woher weißt du, ob dein Lieblingsmensch wirklich nicht einfühlsam ist?

Zunächst stelle dir einmal die Frage, ob es wirklich wahr ist, dass deine Partnerin oder dein Partner empathielos ist. Vielleicht hat sie oder er in vorherigen Beziehungssituationen häufig die Erfahrung gemacht, dass es sich nicht lohnt oder sogar nachteilig ist, einfühlsam zu sein? Das ist der Fall, wenn die Reaktionen anderer darauf negativ waren: sie wurden fordernder und haben deinen Herzensmenschen ausgenutzt. Oder es war für ihn öfter mal emotional sehr überfordernd, weil er sehr sensibel reagiert war oder in früheren Zeiten viel „durchmachen“ musste.

So könnte dein Partner oder deine Partnerin schon früh gelernt haben, sich zu verschließen – und dann auch auf dich weniger eingehen, als du es dir wünschst.

Voraussetzungen und Techniken, um Empathie zu lernen

Zunächst einmal die gute Nachricht als Antwort auf die Frage dieser Podcastfolge: Ja, empathisches Verhalten lässt sich lernen. (Übrigens funktioniert es auch andersherum: Einfühlungsvermögen kann Menschen auch verlorengehen.)

Die Rolle des Umfelds

Eine Forschung der Universität Würzburg belegt: Menschen werden umso emphatischer, je mitfühlender sich die Personen um sie herum verhalten. Wenn du dich gegenüber deinem empathielosen Partner oder deiner empathielosen Partnerin also selbst emphatisch verhältst, tust du bereits viel dafür, dass der Mensch an deiner Seite mitfühlend mit dir umgeht.

Welche Voraussetzungen ein empathieloser Partner braucht

Sich in andere hineinzuversetzen und ihre Empfindungen nachempfinden zu können, erfordert

  • echtes Interesse am anderen (Was in Krisen zeitweilig nicht immer gegeben ist)
  • die Perspektive des anderen zu respektieren, auch wenn sie von der eigenen Sichtweise oder dem eigenen Empfinden abweicht (Wer Respekt für ein Erleben des anderen nicht aufbringen kann, wird sich darein auch nicht näher vertiefen wollen)
  • selbst viele Gefühle zu kennen und durchlebt zu haben
Warum das Selbstwertgefühl dabei eine große Rolle spielt

Auch ein starkes Selbstwertgefühl fördert einfühlsames Verhalten:

  1. es verbessert das Verständnis für die eigenen Gefühle und Bedürfnisse und hilft dabei, sich zu öffnen und mitzuteilen, was man braucht.
  2. es fördert, dass wir die Gefühle und Bedürfnisse unseres Partners oder unserer Partnerin akzeptieren können.

Beide Aspekte des Selbstwertgefühls lassen uns wachsen – und sie lassen wiederum auch unser Selbstwertgefühl steigen. Hier liegt also eine gute und wirksame Entwicklungsmöglichkeit.

Ein kleiner Exkurs:

Auch hier wird deutlich: Wenn dein Partner oder deine Partnerin wenig einfühlsam ist, kann das auch daran liegen, dass dein Herzensmensch möglicherweise ein nicht so hohes Selbstwertgefühl hat und sich unbewusst vor Verletzungen schützt.

Wer Empathie lernen will, braucht diese Strategien und diese Einstellung in Beziehungen

Wenn die Person an deiner Seite selbst die Absicht hat, Empathie lernen zu wollen, ist das die beste Voraussetzung. Dazu braucht es, als Grundlage, mehr als die im Podcast genannten Techniken und Strategien: Wer einfühlsam sein möchte, der sollte die Einstellung haben, dass es ihm wichtig ist, sich in den anderen hineinzuversetzen.

Diese Haltungen und Strategien einer Person, der Empathie lernen möchte, fördert einfühlsames Verhalten:

  • Präsent sein: aufmerksam hinhören und zuhören, nicht „nebenbei“ kommunizieren (z.B. während des Abwasches oder wenn nebenher der Fernseher an ist oder er das Handy in der Hand hält)
  • Genau hingucken, nicht nur das gesprochene Wort beachten, sondern auch die Körperhaltung be(ob)achten (Ist der andere von der Körperposition her auf mich ausgerichtet? Wohin guckt die Person? Was könnten die Gesichtszüge ausdrücken? …
  • Rückmeldung einholen und die Aussage des anderen mit eigenen Worten wiederholen: z.B. „Habe ich dich richtig verstanden, dass du … möchtest?“
  • Lernbereitschaft (auch aus Fehlern): aus Missverständnissen und falschen Interpretationen Schlüsse ziehen
  • Sich bewusst sein, dass wir nur versuchen können, zu verstehen, weil jeder Mensch eine andere Person mit unterschiedlichen Vorstellungen, Interessen und Bedürfnissen ist. Dementsprechend dem Partner oder der Partnerin besser zuhören zu können, gelingt durch tieferes Nachfragen mit Sätzen wie:
    • „Was genau meinst du mit [ein zentrales Wort, wie „zuverlässig“, „Verantwortung“, „Ordnung“ …]?“
    • „Welche Erfahrungen verbindest du damit?“
  • Selbstreflexion in verschiedenen Situationen fördert nicht nur, sich selbst besser zu verstehen, sondern auch das Verständnis für den Partner oder die Partnerin.
    Willst du emphatischer werden? Dann frage dich regelmäßig, wenn du Empathie für andere lernen willst, wie es dir selbst geht:

    • Wie fühle ich mich aktuell?
    • Was brauche ich jetzt?
  • Selbstmitgefühl: Sei, wenn du anderen gegenüber einfühlsamer werden möchtest, mitfühlend und nachsichtig mit dir selbst. Dazu gehört:
    • Sich eingestehen, dass es gerade nicht leicht ist
    • Sich erlauben, Fehler machen zu dürfen
    • Sich klarzumachen, dass du mit seinen Empfindungen nicht allein bist.

Was du kannst, um deinem empathielosen Partner das Einfühlen zu erleichtern

Du als Partnerin oder Partner kannst deinen Lieblingsmenschen dabei unterstützen, einfühlsamer zu werden, indem du

  • Rückmeldungen gibst, wenn der andere dich missversteht oder dein Verhalten falsch interpretiert
  • sogenannte Ich-Botschaften sendest: Sprich über dich und was du empfindest, denkst und was dich motiviert.

Was du selbst vermeiden solltest, wenn du in deiner Beziehung emphatisches Verhalten vermisst

Empathie braucht tiefe Verbindung und Zuhören. Auch und besonders von deiner Seite, wenn du deinen Partner als empathielos einschätzt. Reagiere also nicht selbst mit schnellen Lösungen auf Konflikte, sondern versuche, gemeinsam mit deinem Partner oder deiner Partnerin das Empfinden des anderen zu ergründen und teile auch deine eigenen Gefühle und Gedanken.

Und rede Dinge nicht schön, im Sinne von „Anderen geht es noch viel schlechter als dir“. Das kann auf deinen Partner oder deine Partnerin oberflächlich wirken oder als Desinteresse gewertet werden. Ein Satz der immer passt, wäre „Danke, dass du mir davon erzählt hast“ oder „Danke, dass du deine Gedanken mit mir teilst“. Es sind nicht Worte, die helfen, sondern Verbindung!

Techniken, über die du einen empathielosen Partner zur Einfühlung in andere einladen kannst

Hierzu hörst du mehr in der Podcastfolge:

  • Wie es hilft, wenn wir etwas nicht sofort bewerten
  • Weshalb gemeinsam Filme anzuschauen, dabei hilfreich sein kann
  • Warum andere Menschen interessante „Übungsobjekte“ sein können
  • Was Handys mit Empathie zu tun haben

Shownotes

Links

  • Facebook-Seite zum Podcast Liebe, Leben – Glück
  • Kontakt zu uns beiden, Hanser und Maren: podcast@raumfuereuch.com

  • Kontakt zu Maren: info@raumfuereuch.com

  • Kontakt zu Hanser: hanser@bertelmannhacker.de

 

Hanser Bertelmann Maren Sörensen Podcast Liebe, Leben - Glück

 

Wir sind die Autoren des Podcasts „Liebe, Leben – Glück“

„Hanser“ Bertelmann

Ehemann, dreifacher Vater und Opa. Beruflich bin ich als Coach und Organisationsentwickler unterwegs. Mich inspirieren u.a. die Forschungsergebnisse der Positiven Psychologie und der Glücksforschung.

Maren Sörensen

Familienmensch, Paarberaterin und Coach. Als Dozentin bilde ich Menschen zu Systemischen Berater/-innen aus. Ich bewege (mich) gerne: gedanklich, räumlich und körperlich.

Seid gut zu Euch!

Herzliche Grüße

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Eine Antwort

  1. Liebe Frau Maren, ich danke dir von Herzen das du mein Anliegen: kann ein Empathieloser Partner Empathie erlernen, zum Austausch für dein Podcastgespräch verwendet hast…Eine wunderbare Idee von dir…es hilft mir auf jeden Fall weiter mit dem Empathielosen Partner umzugehen.
    Verbleibe mit

    den besten Grüßen an euch beiden von Anke

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