Wenn nur ihr Nörgeln nicht wäre oder seine Sturheit. Das nervt,  … trotz aller Verbundenheit. Manchmal ist es wirklich nicht leicht zwischen Euch beiden. Allerdings: in der Partnerschaft ein gutes Team sein, das klappt. Es gibt sonst überhaupt keinen wirklich triftigen Grund, sich zu trennen – aber mehr Zufriedenheit in der Partnerschaft wäre schon nicht schlecht? Wir zeigen Dir, wie Du Deine Beziehung verbessern kannst – ohne, dass Du Deinen Partner oder Deine Partnerin ändern musst (denn das klappt sowieso nicht) … Der Trick? Du kannst beschließen, dass Dein Partner der ist, der für Dich passt (oder auch nicht) – obwohl oder weil er ist, wie er ist. So geht’s:

Zufriedenheit in der Partnerschaft wird über Vergleiche verhindert

Kennst Du das? Dein Partner ist nicht so ein strahlender Typ wie der attraktive Mann neben Dir an der Kasse. Der so interessiert zu Dir herüberguckt. Dein Mann guckt dagegen wenig einladend, immer irgendwie grimmig. Deine Partnerin hat so gar nichts von der netten Kollegin, die Dich immer wieder einmal lobt. Sie unterstreicht, wie toll Du die Aufgaben erledigst und ihr hilfst. Das schmeichelt Dir und ist nichts im Vergleich zu Deiner Frau, die immer wieder an Dir herumnörgelt. Bücher, Zeitschriften, Filme und Werbung stellen Dir ebenfalls perfektere Menschen und Partnerschaften vor. Jan Josef Liefers und Anna Loos, Steffi Graf und Andre Agassi, Amal und George Clooney lassen Deine Beziehung und Deinen Liebespartner erblassen. Warum? Weil Du unrealistische und ungünstige Vergleiche anstellst!

Vergleiche sind doppeltes Gift für Deine Beziehung!

Du stellst über den Vergleich Deines Partners mit anderen Menschen Unterschiede her: So wie er ist, ist er nicht so gut wie der attraktive Mann aus dem Supermarkt. Du bewertest. Bei der Bewertung fällt Dein Partner im Vergleich durch. Ihn wertest Du ab und den Anderen idealisierst Du. Doppelte Bewertung. Du denkst vielleicht, wie es im Bett mit ihm wäre. Oder, ganz harmlos, dass er Dir den Einkaufskorb abnehmen würde, was Deinem Mann schon lange nicht mehr einfällt. Schnell stellst Du es Dir mit ihm insgesamt wundervoll vor. Damit wirkt Deine aktuelle Beziehung enttäuschend. Glücklich? Zufriedenheit in der Partnerschaft? Nicht wirklich …

Beziehung verbessern beginnt im Kopf

Nein, Deine Beziehung ist vermutlich nicht perfekt. Da wirst Du recht haben. Aber das ist die Beziehung der oben genannten Paare sicherlich auch nicht. Das bekommst Du nur nicht mit. Auf dem roten Teppich zeigen sie es nämlich nicht – selbst, wenn Du Dich manchmal fragst, ob diese Menschen denn gar keine Fehler haben: In ihrer Jogginghose zu Hause nörgeln sie bestimmt auch mal. Oder lassen Socken liegen und popeln beim Zeitung lesen.

Du würdest gerne Deinen Partner ändern? Wenn Du Deine Beziehung verbessern und mehr Zufriedenheit in der Partnerschaft willst, fang ganz oben an: in Deinem Kopf! Denn Vergleiche sind ungerecht! Und ungünstig. Hör damit auf!

Ist dieser Gedanke auch wahr: Mein Partner passt zu mir? Obwohl er so ist wie er ist? Das ist eine gute Grundlage. Denn Du bist ja auch nicht perfekt. Trotzdem gut genug – nur nicht perfekt. Glücklicherweise, denn sonst wäre es für den anderen ja sehr deprimierend und wohl kaum zu ertragen (welcher Mann schon das Gefühl haben, dass er selbst nichts richtig macht).

Es ist nicht alles Gold was glänzt

Vergleiche sind nicht nur ungerecht, sie sind auch unrealistisch. Du gehst von überzogenen Vorstellungen aus und überträgst ein einziges anziehendes Merkmal auf den gesamten Charakter, den ganzen Menschen. Die unausgeschlafene Laune des Kassennachbarn beim Frühstück kennst Du nicht. Auch nicht seine muffeligen Antworten nicht, wenn ihm etwas nicht gefällt. Und die Kollegin lobt ihren Mann zu Hause vielleicht nie. Sie stellt dort sogar extrem hohe Ansprüche an ihren Partner.

Fazit: Beziehungen werden von alleine schlechter. Und auch Clooneys arbeiten mit ziemlicher Sicherheit daran, wie sie ihre Beziehung verbessern können. Als Paar ein gutes Team sein, das ist schon viel wert!

Wenn Du zu hohe Erwartungen hast, sinkt Deine Zufriedenheit in der Partnerschaft

John Gottman, amerikanischer Psychologieprofessor, stellt in seinem Buch Die 7 Geheimnisse der glücklichen Ehe* über seine Forschungsergebnisse zum Thema glückliche Langzeitbeziehung fest, dass glückliche Ehen niemals perfekte Verbindungen sind. Es gibt in Beziehungen viele Unterschiede zwischen den Partnerinnen, beispielsweise hinsichtlich Temperament und Wertvorstellungen. Und das erleichtert das Zusammenleben nicht gerade. Willst Du Deine Beziehung verbessern? Willst Du mehr Zufriedenheit in der Partnerschaft? Dann denke um: Zu hohe Erwartungen an Deinen Partner sind keine gute Voraussetzung für eine intakte Langzeitbeziehung. Warum? Erfüllen sich die Erwartungen nicht, achtet man unbewusst noch stärker darauf und wird im Laufe der Zeit immer unzufriedener.

Die Suche nach dem noch besseren Partner erschwert die Bindungsfähigkeit

Die israelische Soziologin Eva Illouz stellt in ihrer soziologisch-historischen Abhandlung Warum Liebe weh tut* fest, dass Beziehungen unverbindlicher und loser werden. In der heutigen Zeit entsteht schneller als noch in unserer Elterngeneration das Gefühl, der Partner sei nicht gut genug. Wenn in kürzeren Partnerschaften erste Krisen entstehen, wird gleich die Frage gestellt, ob der Partner oder die Partnerin noch die Richtige ist oder sich noch etwas Besseres finden ließe. Dieser Gedanke verschwindet nie ganz. Illouz sieht insbesondere die freiheitliche Suche nach sexuellen Erfahrungen als kritisch an. Dadurch ist ihrer Meinung nach die Fähigkeit von Männern und Frauen gefährdet, “intensive allumfassende Bindungen” zu gestalten und Arbeit in die Beziehung zu investieren.

Aus der Sicht von Eva Illouz geht es nicht darum, einen noch perfekteren Partner zu finden, sondern um eine Fähigkeit, bei der auch wir Paare immer wieder unterstützen, und die lernbar ist: die Fähigkeit, eine glückliche Beziehung zu führen. Und dazu gehört neben vielen Fähigkeiten auch die Einstellung und die Art, wie auf die Partnerschaft geguckt wird: Mit dem zufrieden zu sein, was ist. Die Beziehung verbessern durch weniger Anspruch an Perfektion. Es geht um Wertschätzung dessen, was man hat und um Beharrlichkeit. Und zur Zufriedenheit in der Partnerschaft gehört auch etwas ganz Banales: einiges mit einer Prise Humor zu nehmen.

Die Lösung: Bewerte anders, wenn Du Deine Beziehung verbessern willst

Dazu kannst Du Dir diese Fragen stellen:

  • Was macht meinen Partner für mich einzigartig?
  • Welche liebenswerten Eigenarten hat mein Partner? Was genau fühlt sich bei ihm so gut und so wohligan? Schau Dir Deinen Partner mit all seinen Vorzügen an. Beachte das, weswegen Du mit ihm – auch! – glücklich bist.
  • Was sind schöne Momente in unserer Partnerschaft? Was ist dann da?

Wenn es Dir gelingt, dass Dein Partner im Vergleich zu anderen Männern in einzelnen Bereichen besser abschneidet, dann wertest Du ihn auf. Und damit fühlt sich Deine Partnerschaft besser an. Nicht perfekt und trotzdem deutlich gut genug.

Die andere Möglichkeit ist, dass Du den Blick auf die andere Person veränderst:

  • Wo hat ein sympathischer anderer Mensch seine Schwächen?
  • Was würde mich stören, wenn ich mit ihm zusammenleben würde?

So relativierst Du das überzeichnete Idealbild oder den kleinen, aber nicht repräsentativen  Ausschnitt des Wesens eines Anderen. Du spürst mehr Zufriedenheit in der Partnerschaft und mit Deinem Partner, weil Du ihn mit mehr Anerkennung und Respekt betrachtest. Obwohl er daneben eben so ist wie er ist.

Deine Bewertung ist Deine Entscheidung. Damit hast Du Deine Zufriedenheit in der Partnerschaft selbst in der Hand. Es geht aber nicht darum, Dir eine schlechte Beziehung schön zu reden oder kritische Punkte unter den Teppich zu kehren. Du kannst beschließen, dass Dein Partner der ist, der für Dich passt – wenn Du es willst und wenn es genug gibt, das Du schätzen kannst.

Unsere Anregung zum Ausprobieren und Weiterdenken

Überprüfe Deine Bewertungen:

  • Welche Erwartungen an meine Partnerin oder meinen Partner sind für mich persönlich wesentlich und unverzichtbar?
  • Welche Erwartungen sind nicht realistisch?
  • Welche Hoffnung, welchen Wunsch an meinen Partner oder meine Beziehung will ich aufgeben?
  • Welche Hoffnung, welchen Wunsch an meinen Partner oder meine Beziehung will ich beibehalten?

Wir wünschen Dir viel Freude an dieser kleinen Übung – und gutes Gelingen!

 

Hast Du Interesse an weiteren Anregungen zum Thema „Beziehung verbessern“? Hier findest Du mehr:

Eva Illouz: Warum Liebe weh tut – Eine soziologische Erklärung*

Illouz Warum Liebe weh tut Beziehung verbessern

Seid gut zu Euch!

Herzliche Grüße

Unterschrift Maren

Maren Sörensen von Raumfüreuch - Paartherapie Online

Maren Sörensen
Diplom-Pädagogin und Systemische Therapeutin (SG). Ist in der Nähe von Flensburg verheiratet und hat zwei erwachsene Söhne und zwei Enkelkinder.

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