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Dein Partner hat psychische Probleme? 5 Tipps, wie du damit umgehen kannst

Partner psychische Probleme

Inhalt

Deine Partnerin oder dein Partner hat psychische Probleme? Nicht nur dein Herzensmensch, auch du selbst stehst damit vor einer anspruchsvollen Herausforderung. Das Schwierigste daran: Du sitzt zwischen den Stühlen, weil du einerseits helfen möchtest, aber auch selbst unter der Situation leidest. Ich gebe dir hier Tipps für den Umgang mit deinem Partner und du erfährst, was zu tun ist, damit es dir und euch besser geht.

Was das Zusammenleben mit deinem psychisch kranken Partner beeinflusst

Die Situation mit deinem psychisch kranken Partner und dein Einfluss darauf sind sehr individuell. Dein eigenes Wirken hängt von verschiedenen Faktoren ab:

Deine eigene Lebenssituation

Wie viel mentale Stärke, zeitliche und finanzielle Ressourcen hast du für deine eigene Lebensbalance? Gibt es beispielsweise Menschen in deinem Lebensumfeld, die dich unterstützen oder auch mal auf andere Gedanken bringen können: Familie, Freunde, vielleicht auch Kollegen? Wenn für dich als Angehörige oder Angehöriger eigene Beratungsangebote durch Selbsthilfegruppen oder Therapeuten vorhanden sind, und du sie nutzt, kann das deine Lebenssituation stark verbessern, weil du Tipps erhältst und nicht das Gefühl haben musst, dass du mit dieser Belastung allein dastehst.

Freizeitgestaltung und Hobbys, Sport und Wohlfühlangebote sowie die Möglichkeit, eigene Aktivitäten ohne Partnerin oder Partner zu nutzen, wirken sich auf dein Wohlgefühl und damit auf euer Zusammenleben aus.

Die Art der psychischen Probleme deines Partners

Die Herausforderungen, die mit einer psychischen Erkrankung verbunden sind, sind recht unterschiedlich. Eine Suchterkrankung, Essstörungen oder Depressionen sind mit verschiedenen Belastungen für dich verbunden. Hast du Angst um den anderen? Fühlst du dich gestört oder in deinen Lebensgewohnheiten beeinträchtigt, weil du dich kümmern musst oder dir Sorgen machst? Schämst du dich? Verschiedene Gefühlsqualitäten fordern dich auf unterschiedliche Weise.

Deine Kenntnisse über die psychischen Probleme oder die Erkrankung deines Partners

Vorhandene Kenntnisse über Symptome und Umgangsweisen mit der psychischen Erkrankung können dich kompetenter und somit sicherer machen und dich stärken. So musst du Begleiterscheinungen von psychischen Problemen des Partners beispielsweise nicht auf dich beziehen.

Hilflosigkeit aufgrund nicht vorhandener Kenntnisse kann dich dagegen verunsichern und zermürben.

Die Wirkung, die die Probleme auf deine Position in der Beziehung haben

Wenn die psychische Erkrankung deines Partners oder deiner Partnerin dein Verantwortungsgefühl berührt, ändert sich einerseits die Augenhöhe, die es in einer Partnerschaft geben sollte, hin zu einem Gefälle. Andererseits beeinträchtigt das Gefühl von Verantwortung für einen anderen Menschen deine eigene Freiheit, dein Leben zu gestalten.

5 Tipps für den Umgang mit den psychischen Problemen deines Partners

Der wichtigste Tipp für dich steht über allem: Dein Partner oder deine Partnerin hat die Verantwortung für sich selbst. Klar, das hängt natürlich auch von seinem oder ihrem Krankheitsbild ab. Aber: An erster Stelle solltest du gut für dich sorgen – nur so bist du auch stark für den anderen. Selbstfürsorge in der Beziehung ist kein Egoismus. Denn Studien zeigen, dass etwa 30 Prozent der Angehörigen einer schwer kranken Person selbst schwer belastet sind: Haushalt, Alltagsbewältigung, die gesundheitliche Versorgung des Partners etc. in weiten Teilen allein zu bewältigen, kostet viel Kraft.

1. Grenzen dich ab und sorge für dich

Akzeptiere, dass der andere krank ist. Lass zu, dass du negative Gefühle hast. Du darfst ärgerlich, traurig und enttäuscht sein. Nur lass diese Gefühle nicht dein Leben bestimmen, sondern akzeptiere, dass die Erkrankung da ist.

Mach dir dann bewusst, was du für dich brauchst. Die eigenen Bedürfnisse zu kennen, lässt dich stärker sein. Nur so kannst du dich von dem Befinden deines Partners oder deiner Partnerin distanzieren und gut für dich selbst sorgen. Und genau das kommt dann wieder deinem Liebsten und eurer Beziehung zugute. Sei gut zu dir!

2. Verheimliche die Probleme nicht, sondern sprich mit anderen darüber 

Wenn du beispielsweise in einer Angehörigengruppe oder einer eigenen Therapie über die Situation mit der psychischen Erkrankung des Menschen an deiner Seite reden kannst, entlastet das deine emotionale Lage. Denn auch deine eigene Belastung braucht ein Ventil – nicht nur die deines erkrankten Partners.

Gefühle wie Angst, Scham, Einsamkeit oder das Empfinden, stigmatisiert zu werden, kannst du im Gespräch mit anderen Menschen äußern und über den Austausch verarbeiten. Nicht umsonst gibt es den Ausdruck „Was sich einprägt, muss sich ausdrücken“. Das gilt auch für Gespräche mit Menschen deines privaten Umfelds, denen du vertraust. Scheu dich insofern nicht, dich gegenüber Freundinnen und Freunden zu öffnen.

3. Informiere dich über das Störungsbild oder die Erkrankung deines Partners

Bei Fachleuten, in Fachartikeln und in Beratungsstellen erhältst du wichtige Informationen über Symptome und Behandlungsmöglichkeiten von Menschen mit psychischen Problemen. In Selbsthilfegruppen, die es auch für Angehörige gibt, bekommst du Tipps von Menschen, die ähnliche Erfahrungen mit ihren Liebsten machen wie du. Du kannst von ihnen erprobte Strategien des Umgangs mit der Erkrankung erhalten und deine Reaktionen auf deinen Partner oder deine Partnerin anpassen und verbessern.

Dazu gehört auch, dass du dir bewusst bist, dass dein Partner oder deine Partnerin krank ist. Das Denken und Fühlen Partners mit psychischen Problemen sind z.B. bei einer Depression verändert. Rückzug und Gleichgültigkeit sind typische Symptome dieser Erkrankung. Es kann dich souveräner reagieren und handeln lassen, zwischen Persönlichkeitsanteilen deines Liebsten und den Symptomen seiner Krankheit unterscheiden zu können. Das erspart dir und euch Vorwürfe, die nicht nur nicht hilfreich sind, sondern eure Beziehung weiter belasten. Zu denken, der andere will sich nicht ändern, statt zu wissen, dass er es nicht kann, macht einen großen Unterschied.

4. Mach dir klar, dass sich die Situation wahrscheinlich nicht (so schnell) ändern wird

Dass dein Einfluss auf die Erkrankung deines Partners oder deiner Partnerin möglicherweise geringer ist, als du zunächst gedacht hast, und auch (deine) Hilfsangebote vergeblich sein können, schützt dich vor unangemessenem Optimismus. Deine Zuversicht solltest du allerdings auf keinen Fall verlieren.

5. Sprich deinen Partner an, dass du besorgt bist, und mache ihm konkrete Unterstützungsangebote

Beginn ein Gespräch mit deinem Partner und sprich über dich: Äußere deine Sorgen und Ängste. Und dann mach deinem Partner oder deiner Partnerin gegenüber ganz konkrete Hilfsangebote, wie „Ich bin für dich da, wenn du reden willst“. Gib weniger Tipps, auch, wenn dir das eventuell schwerfallen wird. Häufig haben psychisch kranke Menschen nämlich Schuldgefühle, weil sie nicht „aus ihrer Haut“ können.

Was du auch nicht tun solltest, ist, dass du deinem Partner oder deiner Partnerin den Schmerz wegredest. Das ist weder fair noch hilfreich. Dein Liebster wird mehr oder weniger unter den Auswirkungen seiner psychischen Erkrankung leiden. Es ist wichtig, dass er lernt, mit unangenehmen Gefühlen umzugehen und sie zu bewältigen – soweit er es kann. Bring ihn nicht dazu, negative Gefühle vor sich selbst zu verleugnen.

Du kannst ein Hilfsnetzwerk für deinen Partner aktivieren, wenn er das annehmen kann. Und nochmal zur Erinnerung: Sorge gleichzeitig dafür, dass du dir selbst Auszeiten nimmst.

So könnt ihr als Paar die Herausforderung „Mein Partner hat psychische Probleme“ miteinander besprechen

Der Umgang mit einem Partner, der psychische Probleme hat, erfordert also Selbstfürsorge für dich als Lebensgefährtin sowie die Fähigkeit, Prioritäten setzen zu können und Hilfe anzunehmen.

Für euch beide ist vor allem aber die Kommunikation untereinander wesentlich. Denn: Deine Herausforderungen durch einen Partner mit psychischen Problemen belasten (wie oben bereits erwähnt) auch den betroffenen Partner oder die Partnerin, weil der Mensch an deiner Seite selbst ein schlechtes Gewissen bekommen kann, wenn er spürt, wie du um seinetwillen leidest.

Als Paar ein gutes Team zu sein, ist also sehr wichtig.

Diese Fragen sind hilfreich für euren Austausch:

  • Welche Belastungen und Stressfaktoren können wir gemeinsam verringern, ablegen oder gänzlich beseitigen?
  • Was genau braucht der Partner, der die psychischen Probleme hat?
  • Was braucht der gesunde Partner, um weiterhin gesund zu bleiben und sich regenerieren zu können?

Wobei brauchen wir welche Unterstützung von außen? Welche Hilfsmöglichkeiten stehen uns zu bzw. könnten wir anfragen oder nutzen?

Meine Buchempfehlung zum Thema „Psychisch kranker Partner“

Ein Bild, das Text, Kleidung, Schuhwerk, draußen enthält. Automatisch generierte Beschreibung
„Lernen im Regen zu tanzen“ – besser lässt sich die Herausforderung wohl nicht formulieren. Das Buch gibt Paaren Hilfestellung, wenn ein Partner depressiv erkrankt ist. Es zeigt Wege auf, wie die Beziehung in solch belastenden Zeiten stabil bleibt und so die psychischen Probleme besser bewältigt werden können. Es ist geeignet zur Selbsthilfe (inklusive Online-Material) vor, während und nach einer Psychotherapie und unterstützt die Integration in den Alltag nach einer stationären Therapie.

Cornelia Faulde, Lernen, im Regen zu tanzen: Wie Sie als Paar eine Depression bewältigen*

In eigener Sache

Meine Anregungen hier haben auch ihre Grenzen. Und sie passen nicht immer 1:1 für jeden Menschen und alle Paare. Solltest du mich als Partnerschafts-Expertin und Fachfrau von außen beratend zur Seite haben wollen, unterstütze ich dich und euch gerne in meiner Online-Praxis. Du kannst mir hier eine Terminanfrage stellen.

Seid gut zu Euch!

Herzliche Grüße

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