Ihr schafft es nicht, eure Eheprobleme lösen zu können? Häufige Meinungsverschiedenheiten, Distanz oder Eifersucht sind nur einige der Themen, die Paare belasten, und die sie trotz vieler Bemühungen nicht bewältigen können. Der Grund: Es müssen sich erst innere Blockaden gelöst werden.

Eheprobleme lösen? Diese 5 Blockaden könnt ihr beheben

Ihr redet als Paar darüber, wie ihr eure Eheprobleme lösen könnt? Das ist ein guter Anfang! Wenn ihr euch allerdings immer wieder vornehmt, bestimmte Dinge zu verändern, und es nicht klappt, dann solltest ihr prüfen, was jeden von euch blockiert. „Blockieren“ meint dabei nicht nur Stillstand, sondern auch sich immer wiederholende Schleifen aus Änderungsversuch und Rückfall.

Ich beziehe mich in diesem Artikel auf die “Big Five” der Lösungsblockaden von Dr. Michael Bohne, die ich auf das Thema Partnerschaft anwende. Diese fünf, teilweise unbewussten Gedanken und Haltungen verhindern eine erfolgreiche Veränderung. Sie machen es damit unmöglich, dass deine und eure Bemühungen funktionieren, eure Eheprobleme zu lösen.

1. Selbstvorwürfe

Kennst du das: Du haderst mit dir selbst. Ärgerst dich  darüber, dass du etwas schon wieder nicht geschafft hast. Dein Selbstvorwurf lautet beispielsweise “Ich hätte im Streit mit meinem Mann die Ruhe bewahren sollen – schon wieder versagt …” oder “Ich hatte mir doch vorgenommen, nicht mehr mit dem Thema anzufangen – wie konnte ich nur schon wieder so blöd reagieren …”

Eheprobleme lösen - Selbstvorwürfe

Mit Selbstvorwürfen hältst du Schwierigkeiten aufrecht, statt Eheprobleme zu lösen. Der Grund ist: Du konzentrierst dich auf genau die Verhaltensweise, von der du wegkommen möchtest. Damit gerätst du in eine Negativschleife, weil du dich durch die Selbstvorwürfe selbst bestrafst. Das ist keine Grundlage für Entwicklung. Bei einer Krise in der Partnerschaft brauchst du innere Stärke.

Das kannst du stattdessen tun, um deine Eheprobleme lösen zu können:

Fang jeden Tag von Neuem mit dem an, was du dir vorgenommen hast. Wenn es nicht geklappt hat, sage dir: morgen ist ein neuer Tag. Ich bin dabei etwas zu lernen und das dauert seine Zeit. Und Rückschläge und “Umwege” erhöhen die “Ortskenntnis”. Nicht du bist es, die/der es (diesmal) nicht geschafft hat. Es sind nur deine Vorstellungen davon, wie du es hättest tun wollen, die gescheitert sind. Mach dir klar, dass sich Blockaden nicht von heute auf morgen lösen. Also: auf ein Neues!

2. Vorwürfe gegenüber deinem Partner

Du ärgerst dich über deinen Partner. Er hätte beispielsweise nicht wieder diesen Satz sagen sollen. Besser schweigen. Oder er hätte reden sollen. Vielleicht auch aufräumen oder aufmerksamer sein. Was auch immer es ist, das du ihm vorwirfst: du machst ihn verantwortlich. Wenn du deinem Partner die Schuld gibst, gibst du ihm damit nämlich auch die Verantwortung für die aktuelle Situation. Dich selbst bringst du  damit in eine Opferrolle – selbst wenn deine Vorwürfe berechtigt sind (was auch immer das bedeutet). Beziehungsprobleme lösen funktioniert so nicht.

Das kannst du stattdessen tun, um deine Eheprobleme lösen zu können:

Wer sich in der Opferrolle befindet, ist nicht handlungsfähig. Er macht sich vom anderen abhängig und kann seine Beziehung so nicht retten. Achte besser auf die Fortschritte, die dein Partner macht. Und teile ihm mit, wenn du dich über eine Reaktion von ihm freust. Aber nicht, indem du so etwas sagst wie “Siehst du, geht doch …” oder “Na endlich!”. Sei wertschätzend, indem du ihm eine ehrliche Anerkennung schenkst für das, was gut läuft zwischen euch.

3. Erwartungshaltung an deinen Partner

Du hast – wie jeder andere Mensch auch – feste Vorstellungen vom Verhalten deines Partners und von eurem Zusammenleben. Wenn deine Erwartungen von deinem Partner nicht erfüllt werden, bist du entsprechend enttäuscht. Möglicherweise sogar verletzt. Und das führt dazu, dass du den Konflikt aufrecht erhältst – und zwar auch ohne es zu wollen. Eheprobleme lösen sich so nicht auf.

Was steckt dahinter? Es geht um Bedürfnisse:

  1. Wir fühlen uns von unserem Partner oder unserer Partnerin nicht gesehen. Es entsteht das Gefühl, dass die eigenen Bedürfnisse missachtet werden.
  2. Wir erfahren keine Selbstwirksamkeit. Es kommt der Gedanke auf, dass es egal ist, was man macht. Resignation dominiert: “Es ändert ja sowieso nichts …”

Das kannst du stattdessen tun, um deine Eheprobleme lösen zu können:

Mache dein Wohlbefinden nicht von deinem Partner abhängig. Sei dir bewusst, dass die Dinge sich nicht so schnell ändern.

Große Dinge ereignen sich nicht mittags um zwölf Uhr zehn. Sie wachsen langsam.

Kurt Tucholsky

Und manche Dinge ändern sich vielleicht sogar gar nicht. Aber: Die Möglichkeit, diese Blockade zu lösen, liegt darin, deinem Partner immer wieder eine neue Chance zu geben. Probiere eine andere Sichtweise aus, dann kannst du deine Beziehung verbessern. und mit deinem Mann/ deiner Frau wieder glücklich werden.

Wenn du dich also fragst „Wie kann ich meine Eheprobleme lösen, indem ich meine Erwartungen verändere?“ sage ich dir: Du kannst dir von deinem Partner etwas wünschen, um etwas bitten. Erwartungen dagegen sind mit Forderungen und Vorwürfen verbunden. Das ist nicht förderlich, wenn du deine Eheprobleme lösen willst.

Liebe mich am meisten, wenn ich es am wenigsten verdient habe. Dann brauche ich es am meisten.

Unbekannt

Genau das benötigt viel Toleranz. Sie entwickelt sich, wenn du mit dir selbst mitfühlend umgehst. Das obige Zitat gilt nicht nur für deinen Partner, sondern auch für dich. Gestehe dir selbst zu, dass du nicht alles so umsetzen kannst, wie du es dir in deinen Gedanken ausgemalt hast. Sei nicht so hart zu dir selbst, dann hast du auch die Kraft, mitfühlend mit deinem Partner zu sein. Gestehe dir und ihm/ihr Zeit und Entwicklungsraum zu. Beginne damit, dich selbst in deiner Unvollständigkeit zu akzeptieren. Das ist der erste Schritt, auch deinen Partner in seiner Unvollständigkeit akzeptieren zu können. Damit lösen sich die Blockaden.

4. Inneres Schrumpfen: Durch Regression lassen sich keine Eheprobleme lösen!

Negative Gedanken können deine Beziehung verschlechtern. Kennst Du das: In deinem Ärger und Deiner Enttäuschung über euren anhaltenden Konflikt und das Verhalten deines Partners wirst du wütend und bockig und “zerschlägst” damit mehr “Porzellan” als du eigentlich wolltest? Hinterher kennst du dich dann selbst nicht wieder? Oder anders: Du ziehst dich zurück in dein Schneckenhaus und bist übelst gelaunt? Fühlst dich nahezu von der ganzen Welt missverstanden? Das nennt sich „inneres Schrumpfen“ auf eine frühere Altersstufe: du fühlst dich plötzlich wie ein Kind oder ein Jugendlicher und machst deinen Partner damit groß. Altersregression wäre der Fachbegriff dafür.

Wenn es dir so geht: Wie alt bist du in dem Moment wirklich? Wie fühlt es sich an? Mit großer Wahrscheinlichkeit fühlst du dich jünger. Wie ein (kleines) Kind. Und darin liegt die Blockade: Im Zustand eines beleidigten, bockigen oder trotzigen Kindes denkt man etwas wie “Keiner hat mich lieb” oder “Jetzt erst recht” oder “Er wird schon sehen, was er davon hat”. Es fehlt der Zugang zu den Fähigkeiten und Möglichkeiten eines Erwachsenen, um mit einer schwierigen Situation umzugehen und zu können.

Das kannst Du stattdessen tun, um deine Eheprobleme lösen zu können:

Ein funktionierendes und wirksames Handeln und die Körperhaltung bedingen sich gegenseitig. Das läuft automatisch ab. Wenn du dich schlecht fühlst, kannst du dein Wohlbefinden am schnellsten und einfachsten über den Körper beeinflussen. Denn automatische (unbewusste) Reaktionen sind immer schneller und stärker als bewusste Gedanken und dazugehörige Handlungen.

Und so kannst Du diesen Prozess nutzen:
Werde dir darüber bewusst, was “es” mit dir macht und ändere etwas an deiner Körperhaltung:

  1. Hineinspüren und erkennen:
    Betrachte dich selbst von außen: Wie sitzt oder stehst du? Gedrückt? Angespannt? Vermutlich bist du körperlich kleiner, sprichst mit einer entweder lauten oder zurückgenommenen Stimme aus  der Position eines Kindes.
  2. Körperlich aufrichten:
    Strecke dich und stelle dich aufrecht hin. Nimm eine stabile Körperhaltung ein und lass deine Schultern fallen, wenn sie hochgezogen sind. Sieh nach vorne statt auf den Boden. Mach alles, damit du dich sicher und wirksam fühlst.

Um diese Technik nutzen zu können, solltest du üben, bewusst auf deinen Körper zu achten. Dadurch kannst du frühzeitig merken, wann du den eigenen Steuerungsbereich verlässt und kannst entsprechend gegenarbeiten. Reflektiere dazu einmal den letzten Konflikt, in dem du möglicherweise in ein inneres Schrumpfen hineingeraten bist: Wann genau begann es, in die falsche Richtung zu laufen? Beim nächsten Mal erkennst du die Weichenstellung dann schneller. Du weißt, worauf du achten kannst.

5. Nicht hilfreiche Loyalitäten

Diese Blockade ist meist zutiefst unbewusst und daher nur schwer bei sich selbst zu erkennen. Sie entspringt einer Erfahrung aus der eigenen Lebensgeschichte und war in der Kindheit eine wichtige Bewältigung von Belastungserleben. Es handelt sich um eine Bindung an die eigene Mutter, den Vater oder beide Eltern, die aus Loyalität zu ihnen nicht aufgelöst wurde. So etwas kann dann passieren, wenn ein Kind das Leid eines oder beider Elternteile intensiv spürt und aus Hilflosigkeit heraus – weil es anders nicht helfen kann – deren Leid übernimmt oder auszugleichen versucht. Dahinter steckt der unbewusste Versuch des Kindes, dem Elternteil seine Liebe zu zeigen oder ihm treu beiseite zu stehen. Es ist ein Zeichen von Bindung, eine Leistung des Kindes. Im Erwachsenenalter besteht diese Bindung weiterhin, ist aber nicht mehr angemessen. Sie aufzulösen ist nicht leicht, auch wenn sie nicht (mehr) hilfreich ist. Aber genau das brauchen Menschen, um ihren Paarkonflikt lösen zu können.

Wie könnte eine solche Dynamik möglicherweise bei dir aussehen?

Es könnte beispielsweise sein, dass du als Kind deine Eltern in einer konflikthaften Beziehung erlebt hast und das nur schwer ertragen konntest. Daraus könnte sich bei dir aus Loyalität deinen Eltern gegenüber die unbewusste Idee entwickelt haben, auch selbst nicht in einer glücklichen Beziehung leben zu dürfen – weil dein Vater und deine Mutter es nicht konnten. Du bleibst damit in einer nicht hilfreichen Zugehörigkeit.

Das kannst Du stattdessen tun, um die Blockaden lösen zu können:

Es ist für dich wichtig – bei aller Verbundenheit zu deinen Eltern – trotzdem deinen eigenen Weg zu verfolgen. Erlaube dir selbst, in einer erfüllten Beziehung leben zu dürfen. Das heißt: behalte dein eigenes Ziel einer glücklichen Langzeitbeziehung bei und würdige gleichzeitig das leidvolle Erleben deiner Eltern. Das ist leichter gesagt als getan. Selbsterkenntnis kann ein erster Schritt sein.

Bei solchen unbewussten Dynamiken ist es meist nützlich, sich fachliche Unterstützung zu holen. Ich helfe dir mit meinem Beratungsangebot gerne weiter, um eine Ehekrise verhindern und deine Eheprobleme lösen zu können.

Was aber auch zu bedenken ist: Nicht hinter jedem Beziehungskonflikt in deiner Ehe steckt ein Problem aus deiner Vergangenheit. Suche also nicht krampfhaft nach Zusammenhängen, die es eventuell gar nicht gibt.

Eheprobleme lösen: Meine Anregung für dich

Frage dich, was dir deutlich geworden ist:

  • Wo blockierst du dich bei der Lösung deiner Partnerschaftsprobleme?
  • Und welche Umstände helfen dir dabei, einen Konflikt mit deinem Partner oder deiner Partnerin ein wenig anders zu erleben? Was machst du dann anders?
  • Neben dem, dass du deine Blockaden lösen willst, könnte es sinnvoll sein, die Qualität eurer Beziehung über eine Checkliste zu prüfen:
    • An welchen Punkten hakt es bei euch?
    • In welchen Bereichen kommt ihr gut miteinander klar?

Klarheit ist hilfreich und nützt euch dabei, genau die Dinge anzugehen, die wichtig sind.

Meine Buchempfehlungen zum Thema „Blockaden lösen“

Wenn dich mein Tipp der körperlichen Veränderung bei emotionalen Belastungen anspricht, findest du – wissenschaftlich fundiert – bei Dr. Croos-Müller mehr zum Thema Körperarbeit. Bei der Lektüre handelt es sich um bebilderte, leicht verständliche und umsetzbare Anleitungen zur Selbsthilfe.

Dr. Claudia Croos-Müller: Alles Liebe. Das kleine Überlebensbuch*

Croos-Müller Alles Liebe Eheprobleme lösen

Wie eingangs erwähnt, beziehe ich mich in diesem Artikel auf die “Big Five der Lösungsblockaden” von Dr. Michael Bohne. Er ist Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie und Coach. Bekannt wurde er durch die von ihm entwickelte Klopftechnik “PEP”. Im Zusammenhang dieser Technik hat Dr. Bohne weitgehend unbewusste Gedanken und persönliche Haltungen herausgearbeitet, die eine Lösung von Problemen und das Weiterkommen bei Veränderungen behindern können.

Wer sich für die Klopfmethode interessiert, findet in dem Buch Bitte klopfen! von Michael Bohne* eine leicht verständliche Einführung auf 63 Seiten.

Bohne Bitte klopfen Blockaden lösen

Seid gut zu Euch!

Herzliche Grüße

Unterschrift Maren

Maren Sörensen von Raumfüreuch - Paartherapie Online

Maren Sörensen
Diplom-Pädagogin und Systemische Therapeutin (SG). Ist in der Nähe von Flensburg verheiratet und hat zwei erwachsene Söhne und drei Enkelkinder.

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