Was zeichnet einen guten Partner aus? Wie kann ich als Mann den Vorstellungen und Erwartungen meiner Frau an Liebe und Zuwendung genügen? Und ohne mich dabei selbst aufzugeben? Fragen über Fragen, die ganz schön verunsichern können. Ich möchte für Klarheit sorgen und habe eine Anleitung mit 9 Regeln für Dich formuliert, die deutlich machen: So solltest Du Dich verhalten und so solltest Du denken, um erwiesenermaßen ein guter Partner zu sein.

Mit den zusätzlichen Fragen kannst Du meine Beziehungstipps genau auf Dich und Deine persönliche Situation in der Partnerschaft anwenden.

9 Leitsätze und 9 Fragen, die Dich weiterbringen auf dem Weg, ein guter Partner zu sein

Einmal vorab: Was mir wichtig ist, damit Du nicht wie im Blindflug meinen Beziehungsregeln folgst, sondern Deinen persönlichen Nutzen daraus ziehen kannst: Die Tipps sollen Dir Orientierung geben. Aber ich kenne weder Dich noch Deine Partnerin und Eure individuelle Situation. Daher: Nimm Dir Zeit für Deine ganz persönlichen Antworten. Dass ich Dir zusätzlich Fragen stelle, macht die starke Wirkung meiner Leitsätze aus. Du erkennst dadurch die Bedeutung der Imperative für Deine Beziehung. Ein guter Partner zu sein und eine glückliche Partnerschaft zu führen, ist und bleibt immer etwas ganz Individuelles!

Und: Ob Du ein guter Partner sein kannst, hängt immer auch von Deiner Partnerin ab: It takes two to Tango!

1. Sei ein Partner!

Ein guter Partner ist teamfähig. Und wer als Paar ein gutes Team ist, sieht miteinander in die gleiche Richtung und unterstützt sich gegenseitig in seiner Entwicklung. Ohne gleich sein zu müssen. Eher geht es darum, einander in seiner Unterschiedlichkeit zu ergänzen und die Unterschiede wertzuschätzen. Besonnen, lebendig, kulturell interessiert, sportlich, neugierig, ganz bei sich, …

Partnerschaft erfordert Augenhöhe. Ein guter Partner zu sein, ist mehr und anders als ein guter Liebhaber zu sein. (Es heißt schon gar nicht, ein (weiteres) Kind in einer abhängigen Beziehung zu spielen.)

Ein guter Partner zu sein bedeutet, etwas mit seiner Frau oder seinem Mann gemeinsam zu haben. Sich Ziele setzen als Paar, wissen, wo man gemeinsam ankommen möchte und wer man gemeinsam sein will, ist Voraussetzung für Partnerschaft. Ziele können der Aufbau eines schönen Lebensumfeldes sein, gemeinsam Kinder großzuziehen oder etwas in der Welt zu bewirken. Glücklich sein und glücklich machen.

Lieben bedeutet, erfolgreich dabei zu sein, eine gemeinsame Vision zu verwirklichen.

Meine Leitfragen für Dich:

  • Was bedeutet das für Dich ganz konkret: Partnerschaft?
  • Und was davon kannst Du in Deiner Beziehung leben?
  • Wer bist Du als Partner?

2. Nimm Dich wichtig und steh zu Dir!

Mach Dir bewusst, was Du in Deine Partnerschaft einbringen willst und kannst. Achte auch auf Deine Grenzen. Du musst in Deiner Beziehung nicht alles erfüllen. Wenn Du Wünsche Deiner Partnerin ablehnst, sei klar.

Wenn Du versuchst, Deiner Partnerin etwas vorzuspielen, was Du nicht bist, wird sie nicht Dich lieben, sondern das Bild, das Du vorspielst. Du verleugnest Dich nicht nur selbst, sondern missachtest Dich sogar. Steh zu Deinen Möglichkeiten und Bedürfnissen!

Dazu gehört auch, sich nicht mit anderen Männern zu vergleichen.

„Der Vergleich mit anderen macht dich blind für das Original, das du bist.“ 
Laura Malins Seiler

Meine Leitfragen für Dich:

  • Wo achtest Du in Deiner Beziehung auf Dich selbst?
  • Wie lauten Dein Bedürfnisse, Wünsche und Ziele in einer Partnerschaft?
  • In welchen Bereichen nimmst Du Dich und Deine Möglichkeiten und Grenzen nicht nur wahr, sondern ernst?

3. Versetze Dich in Deine Partnerin!

Großer Geist, bewahre mich davor, über einen Menschen zu urteilen, ehe ich nicht eine Meile in seinen Mokassins gegangen bin.
Indianisches Sprichwort

Jedes Verhalten eines Menschen hat einen Sinn. Auch, wenn der nicht immer erkennbar ist. Wenn Dich Deine Partnerin oder Dein Partner kritisiert, versuche nicht, ihr oder ihm zu erklären, dass sie bzw. er dazu keinen Grund hat. Es wird etwas geben, das sie antreibt, sonst würde sie Dich nicht kritisieren. Der Grund hat möglicherweise mit Dir gar nichts zu tun. Und Du musst ihre Reaktion auch nicht gut finden. Versuche zu verstehen und zu akzeptieren, dass sie andere Vorstellungen hat als Du. Oder dass sie sich um Eure Beziehung sorgen könnte oder sich nicht genügend beachtet fühlt, oder … Irgendetwas wird sein. – Und irgendwas ist immer – aber das gehört in einen anderen Blogartikel … 😉

Du darfst Dich trotzdem davon distanzieren, auch wenn es ihr ganz wichtig ist. Grenzen zu zeigen ist auch wichtig, um ein guter Partner zu sein. So bist Du klar für Deine Partnerin oder Deinen Partner.

Meine Leitfrage für Dich:

  • Welchen Maßstab legst Du an Deine Partnerin an?

4. Achte Deine Partnerin in ihrem Anderssein!

Deine Partnerin hat ein Recht auf ihre eigenen Interessen und Bedürfnisse. Genau wie Du. Und mehr noch: Achten bedeutet mehr als respektieren. Nimm nicht nur hin, dass Deine Partnerin anders ist, sondern fördere ihre Interessen. So könnt Ihr Euch als eigenständige Wesen begegnen.

Verbiege Deine Partnerin nicht! Wenn ihr unterschiedlicher Meinung seid: Rede Deiner Partnerin nicht ihre Vorstellung aus, sondern sage ihr etwas über Deine Vorstellung. Setze nicht Deine Vorstellung oder Deine Meinung mit einem “Aber” gegen ihre. “Ja, aber …” ist eine Killerphrase. Erkenne die Ansicht Deiner Partnerin an und bestätige sie: “Ja, ich merke, dass es Dir wichtig ist.” Stelle beide Sichtweisen gleichberechtigt nebeneinander, ohne zu werten: “Du siehst es so, ich sehe es so. – Da sind wir unterschiedlich.”

Meine Leitfragen für Dich:

  • Nimmst Du Deine Partnerin als eigenständig wahr?
  • Bestätigst Du sie als eigene Persönlichkeit?

5. Beziehe nicht jedes Verhalten Deiner Partnerin auf Dich!

”Wenn sie sich nur nicht in alles einmischen würde …” Dass sie sich einmischt, ist Deine Empfindung. Und es ist eine Interpretation. Damit die Liebe bleibt, ist es interessanter, Dich zu fragen: Was will sie damit für sich bezwecken? Nicht für Dich, im Sinne von „Dich ärgern oder kontrollieren“. Wenn Du Ärger über die Partnerin empfindest, frage Dich: Wozu macht sie das? Mit welchem Ziel? Welches ihrer Bedürfnisse könnte dahinter stecken? Möglicherweise braucht sie Sicherheit oder Anerkennung. Oder etwas ganz anderes. Keine einfache Aufgabe, das zum erkennen. Das weiß ich. Vielleicht kann sie es gerade noch nicht einmal selbst beantworten …

Dazu, nicht alles auf sich zu beziehen, gehört auch, nicht jedes Wort auf die Goldwaage zu legen. Nicht was Deine Partnerin im Einzelnen sagt, ist von Bedeutung, sondern die Beziehung zwischen Euch. Mancher Satz fällt einfach nur, weil er oder sie gestresst ist.

Manchmal reicht es einfach zu wissen, dass das Verhalten Deiner Partnerin nichts mit Dir zu tun hat. Und wenn Du es doch persönlich nehmen solltest: bleibe Dir immer bewusst, dass alles auch ganz anders sein kann als es scheint.

Meine Leitfrage für Dich:

  • Was will meine Partnerin mit ihrem Verhalten für sich selbst erreichen?  

6. Nimm nicht alles so wichtig!

So kurz, so gut: Spare Deine Energie für die wirklich wichtigen Dinge in Deiner Partnerschaft. Nicht alles an Deiner Beziehung muss perfekt sein. Gut genug ist faktisch perfekt. Ein guter Partner kann alle Fünfe gerade sein lassen!

Meine Leitfragen für Dich:

  • Worüber kannst Du in Deiner Beziehung gelassen hinwegsehen?
  • Was darf sein, ohne dass Du immer wieder hartnäckig versuchst, es zu verändern?

7. Sei neugierig!

Ich habe keine besondere Begabung, sondern bin nur leidenschaftlich neugierig.
Albert Einstein

Neugier ist eine der hilfreichsten Eigenschaften für Entwicklung. Sorge dafür, dass Du und Ihr gemeinsam Euch immer wieder einmal von Alltag und Routine fernhaltet. Ausgetretene Pfade verlassen und neue Wege zu gehen lässt Euch ganz viel Erfüllung in der Liebe finden. Neugier macht Dich wach und bringt Lebendigkeit in Deine Partnerschaft. Mal ein Frühstück im Bett? Statt mit Messer und Gabel heute mit Stäbchen essen? Im nächsten Urlaub woanders hinfahren? Wäre vielleicht ein Anfang …

Irritiere Deine Partnerin gelegentlich, wenn Du ein guter Partner sein willst. Das macht sie neugierig. So bekommst Du ihre Aufmerksamkeit.

Und wenn Du das nächste Mal denkst: Warum macht sie so viel alleine, ohne mich? Sei neugierig auf das, was sie an Frische, innerer Zufriedenheit und neuer Lebensfreude mitbringt. Was hat sie Interessantes zu erzählen? Was hat sie anderes kennengelernt und mag es mit Dir teilen? Könnte ein Kick sein …

Meine Leitfragen für Dich:

  • Bist Du offen für Neues?
  • Wo lässt Du Entwicklung zu?
  • Traut Ihr Euch etwas, als Paar?

8. Sieh die Stärken Deiner Partnerin. Komm nicht gleich mit einer Lösung daher!

Nicht alles ist sofort zu klären. Manchmal braucht es auch Geduld. Und die kannst Du am besten haben, wenn Du daran glaubst, dass Du stark bist und erkennst, wo Deine Partnerin stark ist. Glaubt an Euch! Und wenn Du unsicher bist: Mach meinen Beziehungstest!

Misch Dich nicht zu sehr in die Belange Deiner Partnerin ein, wenn sie Dich nicht darum bittet. Keiner möchte sich gerne herabgesetzt oder gegängelt fühlen. Vertraue auf die Stärken Deiner Partnerin! So wächst sie.

Aus meiner über zwanzigjährigen Erfahrung als Paarberaterin heraus weiß ich, dass Frauen manchmal einfach nur erzählen wollen und vielleicht auch ein wenig klagen, wie schwer etwas ist. Das kann für Dich kaum auszuhalten sein.

Aber wenn Du gleich mit einer Lösung kommst, nimmst Du ihr die Möglichkeit, einfach einmal Druck abzulassen. Zwar fühlst Du Dich stark und hilfreich, aber sie fühlt sich eventuell nicht richtig wahrgenommen. Gib ihr das Gefühl, kompetent zu sein. Und der Vorteil, der dabei für Dich herausspringt: Du kannst Dich einfach entspannt zurücklehnen und sie erzählen lassen. Auch schön!

Meine Leitfragen für Dich:

  • Welche Stärken hat Deine Partnerin?
  • Wo könnt Ihr Konflikte auch aushalten und Lösungen reifen lassen?

9. … und gleichzeitig, wenn Du ein guter Partner sein willst: Vertraue Dir und achte auf das, was für Dich und bei Euch funktioniert!

Vorsicht beim Lesen von Gesundheitsratgebern – Sie könnten an einem Druckfehler sterben!
Mark Twain

Sei Dir bewusst: Es könnte auch ganz anders sein – entgegen meiner Leitsätze! Sie will vielleicht doch einen Tipp von Dir (statt dass Du ihr nur zuhörst) oder es ist jetzt gerade das Richtige für Euch, doch Routine und Alltag einkehren zu lassen (statt Neugier und Abenteuerlust).

Meine Buchempfehlung zum Thema „ein guter Partner sein“:

Harriet Lerner: Beziehungsregeln*

Im Buch enthalten sind “106 Tipps, für alle, die Partnerschaftskrisen satt haben”. Themen sind u.a. Kritik, Nähe und Distanz in der Beziehung, Sex und der “Kinderschock”.

 

Harriet Lerner Beziehungsregeln Liebe

 

Seid gut zu Euch!

Herzliche Grüße

Unterschrift Maren

Maren Sörensen von Raumfüreuch - Paartherapie Online

Maren Sörensen
Diplom-Pädagogin und Systemische Therapeutin (SG). Ist in der Nähe von Flensburg verheiratet und hat zwei erwachsene Söhne und zwei Enkelkinder.

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