Glückliche Paare – das sind irgendwie nur die anderen … Am Abend sitzt Ihr nebeneinander (vielleicht noch nicht einmal das) und Du fragst Dich: Was ist passiert? Da herrscht so viel Nichts zwischen Euch. Traurig und lustlos. Wo ist all das Schöne hin, das Ihr miteinander hattet?

Glückliche Paare beachten 30 Dinge, die die Liebe wachsen lassen. Womit beginnst Du?

Darauf achten glückliche Paare im Miteinander

1. Auf den Partner/ die Partnerin neugierig bleiben
Wer sich vom anderen  überraschen lässt und neue Erfahrungen mit ihm/ ihr zulässt, hält die Liebe lebendig. Glückliche Paare machen Entdeckungen: sie lernen den anderen immer wieder neu kennen und schreiben ihm nichts zu im Sinne von “Du bist doch sonst nicht so …”. Auch ein Schneider nimmt immer wieder neu Maß. Leg nicht die alten Maßstäbe immer wieder an den anderen an. Sei bei Deinem Partner/ Deiner Partnerin offen für unerwartete Einsichten. Sei stets neugierig! Das Gegenteil von Liebe ist Gleichgültigkeit.

2. Auf die eigene Wirkung im anderen achten
Wenn wir genau hinsehen, wie der andere reagiert, wissen wir, was er mag und was er nicht mag. Und das können wir wiederholen. Mehr braucht es nicht – außer Deinen eigenen Grenzen. Bleib Dir selbst dabei treu. Achte auch auf Dich und sei auch gut zu Dir.

3. Wissen wo man als Paar steht
Glückliche Paare sind ehrlich zu sich selbst. Sie tauschen ihre gegenseitigen Erwartungen aus: Wer hat welche Rolle und welche Aufgaben. Das verhindert Missverständnisse und sorgt für Klarheit über die erlebte Qualität der Beziehung. Ihr könnt zu zweit nur glücklich sein, wenn Ihr Euch nicht selbst betrügst. Wenn wir so tun, als sei alles eitel Sonnenschein und den Deckel draufhalten, wenn es brodelt, wird einer der Partner irgendwann überkochen. Wenn etwas in die Schieflage gerät, sprich es an.

4. Zueinander stehen
Loyal zueinander zu sein wird darin deutlich, wie Du zu anderen über Deinen Partner/ Deine Partnerin sprichst. Glückliche Paare “tratschen” übereinander in Anwesenheit: sie sprechen im Beisein anderer Gutes über den anderen und drücken ihre Anerkennung aus.

5. Einander den Rücken frei halten
Manchmal kommt im Leben der Sturm ganz schön waagerecht von vorne. Glückliche Paare unterstützen einander, wenn es hart kommt. Einer gibt manchmal mehr als der andere. Solange das kürzere Phasen umfasst und nicht die zeitliche Länge einer Vorabendserie hat (wie hieß die Straße mit dem Baumnamen gleich nochmal?), zeigen wir einander über unsere Unterstützung, wie viel wir einander bedeuten.

6. Sich öffnen
Ohne das Risiko einzugehen, sich zu zeigen, wie man ist, gibt es keine Liebe. Der Partner/ die Partnerin liebt sonst eine Rolle, die Du spielst, aber nicht Dich. Wer sich zu-MUTet, stellt Nähe her und zeigt dem anderen, dass er in die Kraft der Beziehung vertraut.

7. Neues ausprobieren
Routine ist notwendig und stärkt das gegenseitige Vertrauen. Aber wenn alles wie immer ist, wird eine Beziehung langweilig. Viele gute Dinge passieren dann, wenn wir etwas riskieren. Glückliche Paare probieren regelmäßig etwas Neues aus: ein neues Gericht, einen ungewohnten Spazierweg, verändern einmal die gemeinsamen Haushaltsaufgaben oder sorgen für Abwechslung bei den Freizeitaktivitäten. Sie reisen in eine Stadt, in der sie noch nie waren. Das belebt. Neue gemeinsame Erfahrungen schaffen darüber hinaus wieder neuen Gesprächsstoff.

8. Die Einzigartigkeit des anderen sehen
“Es gibt kaum ein beglückenderes Gefühl, als zu spüren, dass man für andere Menschen etwas sein kann”, empfindet Dietrich Bonhoeffer. Glückliche Paare wissen, was den anderen für sie so besonders macht. Und sie sagen einander, was den anderen unersetzbar macht regelmäßig mit einer besonderen Liebeserklärung.

9. Sich für und mit dem anderen freuen
Konkurrenz, Neid und Eifersucht sind keine gute Basis für eine Beziehung. Glückliche Paare freuen sich, wenn es dem anderen gut geht. Das macht ihn/ sie ausgeglichen und kommt der Beziehung zugute – und damit auch Dir. Hast Du schon einmal ausprobiert, Deinem Partner/ Deiner Partnerin für kurze Zeit gar nicht wirklich zuzuhören, sondern nur auf seine/ ihre strahlenden Augen und die Begeisterung in der Stimme zu hören? Bis Du hingerissen bist von der Freude des anderen. Lohnt sich! Macht was. Wie frisch verliebt.

10. Nicht auf jede Frage des anderen eine Antwort geben
“Geliebt wirst du einzig, wo du schwach dich zeigen darfst, ohne Stärke zu provozieren.” Theodor W. Adorno

11. Den Moment leben
“Wir denken zu viel und fühlen zu wenig” sagte Charlie Chaplin. Glückliche Paare nehmen wahr, was gerade ist und wie sie sich fühlen. Sie leben mehr in der Gegenwart und für den Moment. Gemeinsam die Sonne genießen, obwohl der Abwasch noch in der Küche steht. Das Bankkonto einmal sich selbst überlassen und sich das teure Restaurant leisten, weil es dort im Vorbeigehen so lecker nach Schweinefilet mit Champignons riecht. Sich den Wind um die Nase wehen lassen, wenn es gerade draußen stürmt, und dabei rote Gesichter bekommen. Eng umschlungen am Meer entlang schlendern. Das ist sich hingeben und in den Moment fallen lassen. Nur sich und den anderen spüren. Der nächste anstrengende Alltag mit neuen Herausforderungen an Euch wird noch früh genug kommen.

12. Zuhören ohne zu antworten
Wenn der Partner/ die Partnerin etwas erzählt, gib nicht gleich Deine eigenen Ideen dazu. Bewerte nicht. Hör einfach mal zu. Niemand öffnet sich gerne, wenn der sofort eine Antwort parat hat. Auch “Ja, das kenne ich.” zeigt weniger Mitempfinden als Du denken könntest, Nein, Du kennst das nämlich nicht. Du kennst, wie Du so etwas ähnliches erlebst. Dein Partner/ Deine Partnerin ist ein anderes Wesen. Und empfindet anders. Frag lieber nach: “Wie ist es Dir damit ergangen?”, “Wie hat sich das für Dich angefühlt?” oder “Was genau verstehst Du unter …”.

13. Einander winzig kleine zärtliche Gesten schenken
Glückliche Paare  schenken einander einfach zwischendurch ein Lächeln, ein liebevolles Kompliment, einen leichten Kuss auf die Wange, einen zärtlichen Blick hinter dem Laptop hervor – sie achten auf die zahllosen Gelegenheiten für unendlich kleine Dosen Zärtlichkeit.

14. Der Versuchung der Gewissheit widerstehen: Es könnte auch ganz anders sein
“Liebe ist … wenn wir den anderen wohlwollend interpretieren”, sagt Rolf Arnold. Glückliche Paare gehen von den guten Absichten des anderen aus. Auch wenn das Verhaltens des Partners/ der Partnerin sie irritiert. Unterstelle dem anderen nicht sofort eine böse Absicht, wenn er ungehalten reagiert oder kurz angebunden ist. Überlege einmal, ob es nicht auch andere Gründe für das Verhalten gibt. Es könnte auch ganz anders sein – und vor allem: nicht alles hat mit Dir zu tun.
Anselm Grün sagt dazu in seinem Buch “Vergiss die Liebe nicht”: „Liebe verschließt die Augen nicht vor der Wirklichkeit, aber sie überspringt die Ebene, auf der man sich gegenseitig reibt. Sie sieht durch das Sichtbare hindurch auf das Unsichtbare im anderen, auf seine gute Absicht, auf seinen guten Kern, auf seine positiven Möglichkeiten. Und sie behandelt ihn von dieser Ebene aus. Dadurch relativieren sich viele Reibereien. Sie werden nicht mehr so schrecklich wichtig.“

15. Die Liebe feiern
Glückliche Paare haben Rituale. Das allein feiert bereits Ihre Liebe. Und sie begehen Feiertage: den Hochzeitstag und den Kennenlerntag beispielsweise. Das Besondere ist, dass sie sich ganz bewusst klar machen, was sie gemeinsam geschafft haben: Jahre, Herausforderungen, Krisen. Und sie reflektieren, wie ihnen das gelungen ist, was jeder dazu beigetragen hat.

16. Unterstützung in Liebesdingen holen
“Niemand hätte jemals den Ozean überquert, wenn er die Möglichkeit gehabt hätte, bei Sturm das Schiff zu verlassen”, sagte Charles F. Kettering. Glückliche Paare motivieren sich durch die Herausforderungen, die sie in der Vergangenheit bereits erfolgreich bewältigt haben. Und sie investieren in regelmäßige Beziehungspflege: Sie informieren sich über Partnerschaftsthemen und nutzen Paar-Coaching – so, wie sie auch ihr Auto zur Wartung in die Inspektion bringen oder Vorsorgeuntersuchungen beim Arzt in Anspruch nehmen. Damit haben glückliche Paare so manch eine Ehekrise verhindern und ihre Beziehung retten können. Denn früh ist es leicht.

17. Den anderen so lassen können, wie er ist
Glückliche Paare erleben Partnerschaft als Entwicklungsaufgabe, wie Virginia Satir es so schön beschreibt: “Die Menschen treten in Beziehung zueinander auf der Grundlage ihrer Gemeinsamkeiten, und sie wachsen aufgrund ihrer Verschiedenartigkeiten.”

18. Vorwürfe in Wünsche verwandeln
Das ist die VW-Regel: Statt den anderen zu unangenehm zu kritisieren oder zu konfrontieren, ihm also Vorwürfe zu machen, äußern die Partner einen Wunsch an den anderen. Glückliche Paare wissen, wie sie Kritik am anderen äußern können: Sie bitten einander um das, was ihnen wichtig ist und was sie brauchen.

19. Zur Teilhabe am Leben einladen
Vielleicht machst Du das bereits: den Partner an Deinem Lebensalltag teilhaben lassen? Glückliche Paare rufen einander in der Mittagspause täglich an, um sich zu erzählen, was gerade bei ihnen so los ist. Andere schreiben eine Nachricht oder schicken sich ein Foto über das Smartphone.

20. Wissen, auf welche Art man den Partner wertschätzen kann
Glückliche Partner kennen die 5 Sprachen der Liebe und können dem anderen auf die Weise ihre Liebe zeigen, wie es der andere gerne mag, denn das ist bei uns Menschen ganz schön unterschiedlich: einer legt Wert auf Anerkennung, andere eher oder auch auf Zweisamkeit, Geschenke, Hilfsbereitschaft oder Zärtlichkeiten.

21. Akzeptieren, dass der andere an manchen Tagen einfach nur da ist – mehr nicht
Denn manchmal ist der andere das Beste, was einem passieren konnte. Dann wissen wir, dass wir miteinander zusammen alt werden wollen. Und es gibt Tage, da ist der andere einfach nur anwesend. Punkt. Akzeptiert. Glückliche Paare wissen, dass das kein Dauerzustand ist – und wenn, dann sprechen sie den Partner/ die Partnerin darauf an.

22. Einander Raum lassen
Freiheiten schenken. Die Liebe ist keine Zwangsjacke und auferlegte Gemeinschaft engt ein. Partner, die einander ein Eigenleben zugestehen, sind nicht nur miteinander glücklicher und können sich gegenseitig anregen, sondern können auch jeder für sich die kleinen Auszeiten genießen.

23. Unterscheiden Liebe, Verliebtheit und Lust
Das kann kein anderer so schön sagen wie Richard David Precht: “Es gibt ja jedes davon auch ohne das andere! Lust, Verliebtheit und Liebe bauen nicht aufeinander auf. Zwar können sie sich für uns im Verhältnis zum geliebten Menschen überschneiden – tun es aber nicht immer und meist auch nicht für lange!

24. Genießen was ist
Klar, glückliche Paare pflegen ihre Beziehung und wachsen darin und auch aneinander. Aber sie wissen auch sehr genau, dass die Liebe nicht ein Leben lang ein Himmel voller Geigen ist. Sie bleiben realistisch. Legen die Messlatte nicht zu hoch an. Nicht an ihren Partner/ ihre Partnerin und auch nicht an die Beziehung. Liebe ist kein Wettkampf und Höhen und Weiten, wir sind ja nicht bei der Leichtathletik. Glückliche Paare geraten in kein Sportler-Burnout. Sie wissen, wann gut gut genug ist.

25. Den anderen nicht für die eigenen Gefühle verantwortlich machen
Ob es Dir gut geht mit dem, was der andere macht oder nicht macht, ist nicht immer der Grund dafür, warum er oder sie sich so verhält. Auch wenn Ihr ein Paar seid, darf und sollte jeder für sich sorgen. Du bist nicht die Ursache von allem – und Dein Partner auch nicht. Menschen sind gar nicht Ursache. Nimm das Verhalten des anderen nicht zu persönlich. Die Dinge liegen immer nur zwischen Euch und haben mehr mit dem Partner/ der Partnerin selbst zu tun als mit Dir.

26. Den Partner nur mit ihm selbst vergleichen
Glückliche Paare sehen, dass der andere mutig ist, wächst und sich weiterentwickelt. Sie vergleichen ihn mit seinem Selbst aus der Vergangenheit, aber nicht mit anderen Menschen. Klar, andere Mütter haben auch interessante Söhne und Töchter (oder andere Menschen aufregende Partner/ Partnerinnen) – aber ein einzelner Mensch kann nie alles sein. Sei nicht ungerecht! Mit anderen Partnern ist das Leben nur anders, meist nicht besser. Und wenn, dann treffen glückliche Paare passende Entscheidungen.

27. Visionen haben
Wer keine Richtung hat, kommt überall an. Sich treiben lassen, kann schön sein. Glücklichen Paaren ist es wichtig, dass sie gemeinsam in dieselbe Richtung schauen. So verlieren sie einander nicht aus den Augen.

28. Aufeinander zugehen
Entschuldigen und Verzeihen – darauf sind wir in einer festen Beziehung angewiesen wie auf (fast) nichts anderes. Es hilft, zu erkennen, dass es uns da nicht anders geht als dem Partner/ der Partnerin auch. Und Verzeihen heißt nicht, dass das, was geschehen ist, weg ist, sondern dass wir uns von dem befreien, was daran weh getan hat. (Auch hier wieder: Nimm die Dinge nicht so persönlich. Sie haben mehr mit dem anderen zu tun als mit Dir.) Tatsächlich können wir gar nicht loslassen, sondern nur zulassen – das was war und das was ist.

Darauf achten glückliche Paare beim Partner

Dem anderen ins Auge sehen
Glückliche Paare sehen auch in verweinte Augen oder ängstlich aufgerissene Augen. Sie sehen einen müden Blick, einen, der ins Leere schaut. Wo wir nicht hingucken, wachsen die Probleme, sie gehen nicht von alleine weg. Nur das, was wir angehen, können wir verändern. Das wiederkehrende Glas Alkohol zu viel, das leere Bankkonto, der Rückzug, die Anspannung in den Worten, … Glückliche Paare sehen darin Anlässe, den anderen anzusprechen, ihn/ sie zu fragen, zuzuhören.

Darauf achten glückliche Paare bei sich selbst

Die eigenen Bedürfnisse kennen
Wenn wir in unserer Beziehung glücklich sein wollen, müssen wir uns selbst ernst nehmen. Wie das geht? Indem Du Dir klar machst, was Dir für Dich selbst und innerhalb Deiner Beziehung wichtig ist und was Du brauchst. Dann kannst Du auch darauf achten, ob Du es bekommst. Und Du kannst ansprechen, wenn Du es nicht oder anders als gewünscht bekommst. Damit übernimmst Du Verantwortung für Deine Zufriedenheit in der Partnerschaft. Das vereinfacht auch Deinem Partner/ Deiner Partnerin, Deine “Gebrauchsanweisung” zu kennen.

Und nun?

Du hast Dich und Deine Beziehung vermutlich verglichen mit dem, was wir hier geschrieben haben. Dürfen wir Dir auf die Schulter klopfen? Oder ist es eher so, dass da noch viel zu tun ist? Dann sieh es mal so: Wie gut, dass Du diesen Artikel gelesen hast. Liebe ist ein “Tu-Wort”. Fang an! Mit dem, was Du heute schon tun kannst. Und dann: Nimm die Sache wie Beppo Straßenkehrer im Buch “Momo”: Besenstrich für Besenstrich. Mach morgen einfach weiter.

Und ach, bevor Du wegklickst: Damit Du Dich voll auf ein Thema konzentrieren kannst und nicht das Gefühl hast, dass es an allen Ecken und Kanten nicht genügt: Nimm Dir nur eine Sache zur Zeit vor! Welcher Punkt der 30 Dinge wird Dein “Ding der Woche”?

Hast Du Interesse an weiteren Informationen? Hier findest Du mehr zum Thema Liebe und wie sie gelingt:

Klepper, Markus: Liebe lernen für Paare und Singles.Ein Reiseführer durch das Land von Liebe und Partnerschaft.

Glückliche Paare Liebe lernen

Seid gut zu Euch!

Herzliche Grüße

Unterschrift Maren

Maren Sörensen von Raumfüreuch - Paartherapie Online

Maren Sörensen
Diplom-Pädagogin und Systemische Therapeutin (SG). Ist in der Nähe von Flensburg verheiratet und hat zwei erwachsene Söhne und zwei Enkelkinder.

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